
Als Autorin von BDSM-Literatur ist es scheinheilig, Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen abzulehnen?!?
Hallo,
heute möchte ich einmal auf ein spezielles Thema eingehen. In meinen Romanen geht es mit dem Thema CG/l immer auch um BDSM. Odine und Amelie arbeiten bei der Mordkommission und viele ihrer Opfer sind Frauen. Gewalt, insbesondere Gewalt gegenüber Frauen, ist Ihnen also nicht fremd. Aber die beiden Protagonistinnen sind selbst eine Mommy Domme und ihr littlegirl, also leben sie eine CGl/-Beziehung und sind BDSMler. Wie kann das zusammengehen? Muss man beides nicht trennen, um zu zeigen, dass man Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen ablehnt? Dieser Artikel gehört zur Lesereise: Aus dem Leben als Autorin.
Aus dem Leben als Autorin
- Ich bin Autorin …
- Vollzeitautor oder Hobbyautor – eine sinnvolle Unterscheidung?
- Meine Romane als mein Idealbild einer Gesellschaft
- Ich schreibe nicht für jeden, aber vielleicht für Dich?
- Ich überlasse das Schreiben von Büchern der KI und bleibe beim Schreiben von Literatur
- Warum starke Frauen in der Literatur wichtig sind.
- Warum die Sexualisierung von BDSM dem Thema nicht gerecht wird.
- Sind die Romane über Odine und Amelie Krimis, Liebesgeschichten oder BDSM-Romane?
- BDSM-Literatur gleich Dark Romance?
- Kann man spannende BDSM-Literatur schreiben, ohne dass es ein Erotikroman wird?
- Ist das Kunst oder kann das weg?
- Als Autorin von BDSM-Literatur ist es scheinheilig, Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen abzulehnen?!?
- Warum sind die meisten meiner Opfer in den Romanen Frauen?
Ich schreibe Literatur mit BDSM‑Bezug.

Ich schreibe bewusst Literatur mit BDSM‑Bezug. Und nein, schreibe auch hier bewusst Literatur mit BDSM-Bezug und keine BDSM-Romane. Denn wer einen klassischen BDSM-Roman erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Zum einen, da sich BDSM bei mir in den Romanen auf D/s, genauer CG/l beschränkt. Zum anderen, weil es keine reinen Liebesromane sind. Sie sind ein Genremix. Cozy Crime and Lesbian Love kommen nicht von ungefähr. Die Liebesbeziehung von Odine und Amelie hat mit ihrem Privatleben ebenso einen hohen Stellenwert wie die Ermittlungsarbeit.
Ich schreibe Kriminalromane, in denen es um Gewalt und Missbrauch an Frauen geht.
Ich sehe meine Romane als Cozy Crime in Reinkultur. Ich beschreibe nicht das Aussehen der Opfer im Detail, ich beschreibe nicht, wie der Mord genau passierte. Aber als Leser erfahrt ihr, wie Odine, Amelie und ihr Team den oder die Mörder überführen. Du bist bei den Ermittlungen dabei. Weißt, was sie wissen, und kannst am Ende den Mörder mit ihnen überführen.
Sowohl Gewalt und Missbrauch als auch BDSM kommen in meinen Büchern vor.
In meinen Romanen kommen beide Bereiche vor: BDSM und Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen. Ich nutze das, um klar abzugrenzen. Um zu zeigen, dass es einen Unterschied gibt. Um zu zeigen, wo die zumeist männliche Gewalt gegenüber Frauen deutliche Unterschiede zur einvernehmlichen Gewalt. Was meine ich mit einvernehmlicher Gewalt? Nun, wenn beide Seiten in den berühmten „heißen Hintern“ einwilligen, ist das eine einvernehmliche Körperverletzung gemäß § 228 StGB (Den Link zum entsprechendem Gesetzestext habe ich Euch hier mal eingefügt. ) und somit straffrei, sofern sie nicht gegen die guten Sitten verstößt. Ein Mensch, der einen anderen aber gegen seinen Willen quält und in Kauf nimmt, dass das Opfer dabei stirbt, dessen Tat war mit Sicherheit nicht einvernehmlich. Das Gleiche gilt für jedwede Form des Missbrauchs.
Es gibt eine Grenze!
Im BDSM gelten Sicherheitsregeln. Egal ob nun SSC, RACK oder CNC. Das Einvernehmen wurde immer gegeben. Beide Parteien wollen diese Handlungen. Bei Opfern von Gewalt ist das etwas anderes. Niemand möchte das Opfer einer Straftat werden, niemand möchte womöglich dabei sterben. Und die Grenze ist in dem Fall schon weit vorher überschritten. Nämlich bei der fehlenden Einwilligung. Und genau um diese Grenzen geht es in meinen Romanen.
Moralische Verpflichtung als Autor oder Autorin

Autoren von BDSM‑Romanen oder Literatur mit BDSM‑Bezug sollten eine klare Grenze ziehen und nicht einvernehmliche Handlungen ablehnen und das auch so in den Romanen beschreiben. Hier müssen wir als Kreative eine klare Grenze ziehen und Haltung bewahren. Ich habe nicht vieles, was mir „heilig“ ist. Aber die Würde des Menschen und des menschlichen Lebens fällt darunter, und wenn ein Mensch Taten vollbringt, die diese gefährden, stehe ich auch mit meinen Romanen für die Opfer ein. Ich halte rein gar nichts von Oscar Wildes Zitat, welches ich Euch hier einblende. Mir geht es dabei wie Amelie in der Szene mit Odine und Archangel in meinem Roman Tödliche Flitterwochen in Florida. Und ja, das ist mein persönliches Problem, welches ich mit Dark Romance habe und auf das ich in diesem Artikel hier noch mal eingegangen bin.
Szene aus Tödliche Flitterwochen in Florida

„Alright. Dann werde ich gleich mit Erika reden. Helft ihr mir?“
„Ja, das tun wir, Frank“, antwortete Odine.
„Amelie, hilfst Du mir auch?“, schaute Frank zu Amelie.
„Nein, aber ich helfe dem armen Ding, was bei Euch total verängstigt auf der Base ist“, erwiderte Amelie.
Odine sah zu Amelie rüber. Das war also die Antriebsfeder für ihre Frau. Sie fühlte mit den Opfern mit. Die Täter waren ihr egal. Darum hatte sie damals Drafi Majewski im Verhör so behandelt. Darum hatte sie die Strapazen der Jagd nach Junovic auf sich genommen, obwohl es sie so viel Kraft gekostet hatte. Sie wollte, dass das Leid für die Opfer ein Ende hatte.
Frank jedoch lachte auf und meinte.
„Um mehr habe ich nie gebeten. Helft mir, der Kleinen zu helfen“, nach dem Satz stand er auf und ging zu seiner Frau an den Strand. Odine sah Amelie nachdenklich an. Dann meinte sie.
„Schatz, lass es nicht so nah an Dich ran.“
„Was meinst Du?“, fragte Amelie.
„Du leidest mit den Opfern. Das tut Dir nicht gut“, erwiderte Odine sanft.
„Ja, das tue ich. Das ist der Grund, warum ich Polizistin bin. Ich will den Opfern helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Ich will dafür sorgen, dass sie damit abschließen können“, antwortete Amelie mit fester Stimme.
Fazit
Ich habe ein wirkliches Problem mit Personen, sei es real oder fiktiv, die Menschen missbrauchen, ihnen gegen ihren Willen Gewalt antun oder Schlimmeres. Ich nehme diesen Menschen in den seltensten Fällen einen Sinneswandel ab. Wer Gewalt und Missbrauch als Lösung sieht, hat meiner Erfahrung nach einen Moralkodex, der so niederschwellig ist, dass ich diesen Menschen eine Läuterung nur schwer abnehmen kann. Und solche Menschen haben meiner Meinung nach nichts im BDSM zu suchen. Daher: Nein, es ist nicht scheinheilig, BDSM-Literatur zu schreiben und gleichzeitig Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen abzulehnen, oder gar die Täter zu verurteilen. Die Scham muss die Seiten wechseln. Kein Opfer von Gewalt sollte sich schämen müssen, die Scham sollte einzig und allein den Tätern gehören, und aufzuzeigen, wofür sie sich schämen sollten, dazu eignen sich Romane mit BDSM-Bezug meiner Meinung nach ideal.
In diesem Sinne
Sei Achtsam
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira


Keinen Bock mehr, nicht auf dem Laufenden zu sein? Kein Problem. Abonniere doch Einfach Mal Selbst Gedacht und erhalte einmal im Monat die Zusammenfassung der neuen Artikel. Außerdem erfährst Du eine Menge Hintergrundinformationen über mich.
Zusätzlich gibt es noch einen Rabatt auf die Artikel im Merch-Shop von Einfach Mal Selbst Gedacht und die erste Buchbestellung über den Buchshop von Einfach Mal Selbst Gedacht ist ab einem Warenbestellwert von 14,49 € ist ebenfalls versandkostenfrei. Es lohnt sich also. Werde auch Du Teil der Community.

Kommentar verfassen