Vollzeitautor oder Hobbyautor – eine sinnvolle Unterscheidung?
Hallo liebe Leser, heute geht es um ein Thema, bei dem ich mich immer frage: Wozu? Es geht um die Fragestellung: Hobbyautor oder Vollzeitautor? Ich für meinen Teil habe mich am Anfang schwergetan, mich als Autorin zu bezeichnen. Obwohl mir mal gute Freunde gesagt haben, dass jemand, der Texte veröffentlicht, ein Autor, eine Autorin ist. Daraus hat sich dann folgende Erkenntnis entwickelt:
„Ich bin Autor oder Autorin, sobald ich Texte schreibe, um sie für andere zur Verfügung stellen zu können. Egal ob es in der Zukunft passieren soll, oder schon veröffentlicht wurde. Sobald ich aber mit der Absicht schreibe, etwas zu veröffentlichen, ist es unwichtig, wie viel Zeit ich für diese Tätigkeit aufwende, denn der Zeitaufwand ist nicht die Definition eines Hobbys.“
Ja, diese Erkenntnis bedeutet, dass ich Blogger auch als Autoren sehe, da sie ja Texte über ihren Blog veröffentlichen. Aber warum sehe ich das mittlerweile so? Das möchte ich Euch im Folgenden erklären.
Hobby macht man alleine für sich.
Ein Hobby ist etwas, das man für sich alleine macht. Es dient der eigenen Genugtuung. Es soll ein Ausgleich für den Alltag sein. Ein Hobby ist nichts Produktives im Sinne davon, dass man der Welt etwas hinterlassen will.
Hobby hat keine Aussenwirkung
Hobbys haben im Regelfall keine Außenwirkung. Sie sind etwas, das intrinsisch in sich ruht. Sie haben den Sinn, dem Menschen, der das Hobby betreibt, eine Entspannung zu liefern.
Hobby hat keinen inneren Druck
Ich kenne kein Hobby, das einen inneren Druck aufbaut, das man ihm jetzt unbedingt nachgehen muss. Manche Gamer mögen mir da vielleicht widersprechen, aber da wäre meine Gegenfrage dann eher: Sicher, dass es nur ein Hobby ist und nicht mittlerweile eine Sucht?
Hobby ist eher ein Kostengrab, als dass es Geld einbringt.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Hobby und einer Berufung als Autor/Autorin ist meiner Meinung nach der Unterschied im Finanziellen. Ein Hobby verschlingt Geld. Egal ob Trading-Card-Games, Gaming oder auch nur Häkeln. All diese Dinge kosten Geld. Aber wer schreibt, hat zumindest die theoretische Möglichkeit, dieses für sich zu monetarisieren. Blogs können Artikel hinter Paywalls packen, Werbeplätze anbieten, etc. Autoren können ihre Bücher und E-Books verkaufen. Geld würde also immer wieder reinkommen können. Und ja, über die Verdienste von Autoren müssen wir nicht reden. Das machen andere schon genug.
Autoren haben den Druck, eine Geschichte zu erzählen, die ihnen wichtig ist.
Hier kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Ich kann erst dann eine Geschichte anfangen, wenn sich diese bereits in meinem Hirn breitgemacht hat. Dann allerdings habe ich ein „Problem“: Sie will unbedingt erzählt werden. Auf gut Deutsch: Sie lässt mich nicht mehr los, bis ich nicht immer wieder weiter an ihr arbeite. Denn ja, Schreiben ist schon deswegen kein Hobby, weil der Schaffensprozess eines guten Textes sehr viel Arbeit bedeutet.
Autoren wünschen sich, dass möglichst viele ihre Geschichte lesen.
Kommen wir zum nächsten Punkt. Die Geschichte ist geschrieben. Aber noch wurde sie niemandem erzählt. Sie wurde nicht gelesen. Bin ich dennoch zufrieden und happy? Nun, wie so oft meine Lieblingsantwort. „Das kommt darauf an.“ Denn ich bin zwar zufrieden, dass die Geschichte geschrieben ist und ein Ende hat. Aber nun möchte ich natürlich auch, dass alle von meiner tollen Geschichte erfahren und sie lesen. Denn was ist eine Geschichte, die niemand kennt? – Richtig, eine unbekannte Geschichte.
Autoren wünschen sich Sichtbarkeit für ihre Geschichten.
Der obere Punkt führt uns dann direkt zum nächsten Teil. Denn als Autorin wünsche ich mir natürlich eines. Sichtbarkeit. Ich will es herausschreien in die Welt, dass es eine tolle Geschichte von mir gibt. (Wofür gibt es sonst Social Media? 😉 ) Und genau das mache ich ja auch jeden Tag wieder. Zwar nicht nur, aber sehr oft. Warum? Weil ich finde, dass eine Geschichte, die keiner kennt, vor allem eines ist: traurig. Ja, keiner von uns kann alles lesen, was es an Geschichten, Büchern, etc. gibt. Aber wir wissen ja nicht, was es alles gibt, wenn es uns keiner sagt. Stichwort: Angebot und Nachfrage.
Autoren investieren viel Zeit in das Schreiben
Wenn ich schreibe, geht viel Zeit dafür drauf, nicht nur am Tag, auch in der Woche und im Monat. Warum? Weil es den inneren Druck gibt, von dem ich eben oben geschrieben habe. Und ja, dieser Druck ist enorm. Einfach weil diese Geschichte es wert ist, erschaffen zu werden, gelesen zu werden. (Natürlich nur aus Sicht der Autorin der Geschichte.)
Autoren investieren Geld in das Schreiben
Jetzt kommen wir zum nächsten Punkt, den ich eigentlich schon im Artikel „Schreiben kostet nix“ ausführlich behandelt habe. Es geht um das Thema, dass wir Autoren nicht nur unsere Zeit in eine unserer Geschichten investieren. Wir investieren nebenbei auch teilweise Geld. Gut, an dem Punkt haben wir dann wieder die Parallele mit dem Hobby. Aber anders als bei einem Hobby kann ich als Autor später hoffen, das investierte Geld über das Schreiben wieder reinzubekommen.
Autoren bilden sich weiter (auch kostenpflichtig)
Ja, auch das gibt es. Als Autor muss man sich informieren. Welche Gesetze gelten? Was darf ich auf welcher Plattform posten? Wie schreibe ich richtig? All diese Dinge und noch viel mehr greifen da mit rein. Schreiben ist ein Business, da muss man auch die Regeln kennen.
Fazit
Zu sagen, ich bin Hobbyautor/Hobbyautorin, ist meiner Meinung nach eine Untertreibung. Egal, ob man bereits veröffentlicht hat oder nicht. Am Schreiben hängt so viel mehr, und darum ist es auch in meinen Augen eher ein Erwerb/Nebenerwerb, als ein Hobby. Schreiben ist ein Geschäft, Schreiben ist Arbeit. Und Arbeit ist niemals ein Hobby, auch wenn aus einem Hobby eine Arbeit werden kann. Etwas, das eine Form von Arbeit darstellt, kann kein Hobby sein. Oder wie seht ihr das? Ich freue mich auf Eure Antworten, schreibt es mir doch mal in den Kommentaren. In diesem Sinne Seid Achtsam.
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira
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