
Warum die Sexualisierung von BDSM dem Thema nicht gerecht wird.
Hallo,
heute wieder mal ein Thema aus dem Bereich von BDSM. Ich lese immer wieder in diversen Foren darüber, wie erotisch BDSM doch sei. Wie viel es den Beteiligten doch im Bett gibt. Und viele Romane beschäftigen sich ja auch nur mit der erotischen Variante des BDSM, sei es EPE oder andere Varianten. Die Spielwiese ist da ja wirklich groß genug. Dieser Artikel gehört zur Lesereise: Aus dem Leben als Autorin
Lesereise: Aus dem Leben als Autorin
- Ich bin Autorin …
- Vollzeitautor oder Hobbyautor – eine sinnvolle Unterscheidung?
- Meine Romane als mein Idealbild einer Gesellschaft
- Ich schreibe nicht für jeden, aber vielleicht für Dich?
- Ich überlasse das Schreiben von Büchern der KI und bleibe beim Schreiben von Literatur
- Warum starke Frauen in der Literatur wichtig sind.
- Warum die Sexualisierung von BDSM dem Thema nicht gerecht wird.
- Sind die Romane über Odine und Amelie Krimis, Liebesgeschichten oder BDSM-Romane?
- BDSM-Literatur gleich Dark Romance?
- Kann man spannende BDSM-Literatur schreiben, ohne dass es ein Erotikroman wird?
- Ist das Kunst oder kann das weg?
- Warum sind die meisten meiner Opfer in den Romanen Frauen?
Ich habe damit aber so meine Probleme, denn dadurch, dass man sich die ganze Zeit auf die erotische Ebene fokussiert, werden viele Menschen zurückgelassen. Die Menschen, die BDSM wegen des D/s-Teils leben. Die Menschen, die es leben, weil sie das Machtgefälle vor die Erotik setzen. Die Menschen, die Erotik erst im Machtgefälle genießen können. Aber dazu gleich mehr.
BDSM kann durchaus sehr erotisch sein.
Szene aus Tödliche Flitterwochen in Florida

Also gingen die beiden zurück in die Verwaltung und machten ihre Berichte für Toni und Archangel fertig. Amelie war als Erste mit ihrem Bericht fertig.
„Bist Du so weit?“
„Gleich, mein Schatz, nur noch eine kleine Ergänzung. Dann können wir los“
Amelie machte ihren Rechner schon mal aus und wartete dann geduldig auf Odine. Als diese ihren PC ausschaltete, grinste Amelie gerade ganz verträumt.
„Woran denkst Du?“, wollte Odine wissen.
„An einen schönen Kuschelabend im Bett“, erwiderte Amelie mit einem Kopf, welcher einer Tomate zu gleichen schien.
„Ah, ja, Kuschelabend?“, grinste Odine.
„Eher Kuschelabend für Erwachsene“, gab Amelie kleinlaut zu.
„Das hört sich echt gut an, ich hätte da auch schon einige Ideen, was ich mit Dir gerne anstellen würde“, erwiderte Odine mit einer rauen Stimme.
Amelie bekam sofort Gänsehaut. Sie kannte diesen Ton von Odines Stimme und merkte sofort, wie dieser Tonfall bei ihr ein Kribbeln auslöste.
„So, so. Du hast wieder mal Ideen. Und willst Du mich an ihnen teilhaben lassen?“, sagte Amelie mit verführerischer Stimme.
„Oh, ganz sicher werde ich Dich daran teilhaben lassen, allerdings werde ich sie Dir nicht erzählen“, antwortete Odine mit immer dunkler werdender Stimme.
Amelie stand auf und wollte gerade vorausgehen, als Odine sie bei der Hand nahm und zurückzog.
„So sehr ich den Anblick Deines süßen Arsches liebe, wenn Du noch mal so weit vor mir wegläufst, wirst Du die nächsten Tage diese enge Jeans, in der Dein süßer Knackarsch steckt, wirklich ungern tragen.“ Odines Stimme wirkte immer noch rau, und mittlerweile erregt. Amelie zuckte bei den Worten zusammen. Aber nicht vor Angst, es erregte sie, wie Odine mal wieder die Kontrolle übernahm, und sie wusste instinktiv, dass ihre Frau nicht böse mit ihr war. Es war ein erregendes Spiel aus Dominanz und Unterwerfung. Instinktiv drehte sie sich zu Odine um und senkte den Blick.

„Verzeih mir bitte.“
„Das werde ich, nachdem Du Dich zu Hause ausgiebig entschuldigt hast.“
Amelie lächelte, sie wusste sofort, welche Art der Entschuldigung sie einsetzen würde. Und auch sie hätte ihren Spaß dabei. Die beiden gingen dann Arm in Arm nach Hause. Kaum hatten die beiden die Haustüre geschlossen, presste Odine Amelie an die Tür und ihre Lippen auf Amelies. Fordernd drang sie in Amelie Mund ein und nahm Amelie in Besitz. Hätte Amelie Gelegenheit gehabt, hätte sie aufgestöhnt, aber Odines Lippen versiegelten ihre. Bis zu dem Moment, wo Odine den Kuss löste und Amelie auch wieder Luft bekam.
„Ins Schlafzimmer mit Dir, ich komme gleich nach, und dann will ich Deine Entschuldigung, junge Dame.“
Wenn Amelie geglaubt hätte, dass ihre Frau nicht noch erregter hätte sein können, so bewies Odines Stimme ihr das Gegenteil. Odine war im Rausch. Amelie genoss es, ihre Frau so zu erleben. Nein, mehr, es erregte sie, ungemein, diese Erregung in ihrer Frau zu erleben. Amelie nahm Odines Hand und küsste sie hingebungsvoll.
„Aber sofort, meine Geliebte.“
Dann ging sie mit einem Schmunzeln und einem möglichst lasziven Gang Richtung gemeinsames Schlafzimmer. Vorher aber legte sie ihre Waffe in dem Waffentresor ab und beobachtete Odine. Diese sog nahezu jede Bewegung ihrer Frau in sich auf.
BDSM als Basis für erotische Gefühle
Aber das ist eben nicht alles. BDSM und genauer D/s haben auch eine nicht erotische Komponente, die aber die Erotik zwischen den Personen sehr stark beflügeln kann. Jeder oder jede, die schon mal wirklich dominante Menschen kennengelernt hat, wird das vielleicht bestätigen können. Auf der anderen Seite, werden die dominanten Leser unter Euch bestätigen können, dass tiefe, innere Devotion etwas in uns auslösen kann. Bei mir tut sie das auf jeden Fall. Ohne diese Devotion würde ich gar nicht auf die Idee kommen, mit dieser Person überhaupt eine Beziehung eingehen zu wollen.
Wenn nur über die erotische Version von BDSM geschrieben oder gesprochen wird, ist das nicht inklusiv
Wir haben nun über die erotische Variante gesprochen. Aber was ist mit den Menschen, für die die Erotik dabei nicht im Vordergrund steht? Ich kenne weitaus mehr littles für die im littlespace Erotik ein absolutes Tabu ist. Und auch im klassischen BDSM kenne ich einige Menschen, die sagen, dass sie das nicht brauchen oder wollen. Diese Menschen werden bei diesen Diskussionen, Romanen, Themen einfach ausgeblendet. Das ist meiner Meinung nach ein Fehler.
BDSM nicht nur als Session, Spiel oder Erotik sehen.
Und noch eine weitere Gruppe von Menschen hat mit der Erotisierung von BDSM ein Problem. Die Menschen, für die es weitaus mehr ist, als eine Session, ein Spiel oder einfach nur eine Form von Erotik. Was ist mit den Menschen, die BDSM als Lebensweg sehen, als ihre Art, zu leben, zu lieben? Warum sollte man diese Menschen aus Diskussionen, aus Romanen raushalten? Odine und Amelie zeigen das in Herbstalbträume in einer Szene sehr deutlich, wie intensiv solche Momente sein können.
Szene aus Herbstalbträume

Im Büro angekommen, machten sich die beiden Frauen auch gleich an ihren Bericht. Mitten im Schreiben des Berichtes musste Amelie auf einmal lachen.
„Was ist los?“, fragte Odine.
„Na, das ist der erste Bericht, in dem ich reinschreibe, dass es kein Ergebnis gab, weil ich am falschen Ort war. Irgendwie schon peinlich.“
„Findest Du?“
„Ja. Aber auch komisch. Ich meine, der Boss fährt zwei Ansätze und wir bekommen die Deppenkarte.“
„Wieso Deppenkarte?“, fragte Odine nach.
„Na, letzten Endes hat er die Waffe gefunden.“
„Stimmt. Aber das ist doch nicht wichtig. Wichtig ist, dass es überhaupt gefunden wurde.“
„Auch wieder wahr.“
„Also lass uns den Bericht fertigschreiben und dann möchte ich mit Dir nach Hause. Eine heiße Dusche nehmen und den Abend mit Dir entspannt verbringen.“
„Entspannt? Ich wäre eher für etwas Spannung heute Abend“, antwortete Odine mit einem Schmunzeln.
„Kommt ganz darauf an, was Dir da vorschwebt.“, erwiderte Amelie mit einem Lächeln.“
„Na, da wird sich schon etwas finden lassen, aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
„Du olle Spaßbremse, Vorfreude ist doch auch etwas Schönes.“
„Stimmt, aber wenn ich Dir jetzt erzähle, was ich vorhabe, dann kannst Du Deinen Bericht nicht zu Ende schreiben, weil Dein Kopfkino läuft und Dein Höschen, bis wir zu Hause sind, schon klatschnass sein wird“, sagte Odine mit einer verführerischen Stimme.
Amelie lief rot an und merkte, dass genau das gerade passierte. Odine war in ihrem Hirn und ihrem Schoß. Die Ankündigung auf etwas Erotik heute Abend ließ ihr Hirn auf Hochtouren laufen und in ihrem Schoß bereitete sich eine Hitze aus. Sofort waren ihre Gedanken ganz woanders. Odine, welche den abwesenden Blick ihrer Frau natürlich bemerkte, meinte daraufhin.
„Wenn ich Dich nicht sofort wieder tippen höre, wirst Du den Abend über meinen Knien beginnen, junge Dame, und danach werde ich mir nehmen, was mir gehört.“
Fazit
Ich empfinde den „modernen“ Weg, BDSM nur von der erotischen Ebene aus zu betrachten, zu kurz gedacht. Keiner meiner Romane hat oder wird diesen Weg je gehen. BDSM geht in meinen Romanen und auch in den Diskussionen, die ich führe, immer vom Lebensweg BDSM aus. Ohne BDSM keine Erotik. Nicht nur, weil ich das selbst so lebe. Meine Romane handeln nicht vorrangig von BDSM sondern von D/s-basierten Beziehungen.
In diesem Sinne
Sei Achtsam
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira


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