Warum starke Frauen in meinen Romanen im Mittelpunkt stehen

Titelbild zum Artikel: Warum starke Frauen in meinen Romanen im Mittelpunkt stehen

Warum starke Frauen in meinen Romanen im Mittelpunkt stehen

Hallo,
und wieder habe ich einen Artikel aus der Lesereise: Warum meine Romane eine Mischung aus Queerness, BDSM, CG/l, Found Family, Kriminalfälle, Verantwortung, Geborgenheit und starken Frauen sind. Denn ich möchte heute gerne darauf eingehen, warum bei mir die starken Frauen eindeutig mehr „Screen Time“ haben als die Männer. Dafür gibt es mehrere Gründe, aber der Reihe nach.

Lesereise: Warum meine Romane eine Mischung aus Queerness, BDSM, CG/l, Found Family, Kriminalfälle, Verantwortung, Geborgenheit und starken Frauen sind.

  1. Warum meine Romane BDSM im Allgemeinen und CG/l im Besonderen enthalten
  2. Warum Found Family in meinen Romanen wichtig ist
  3. Warum meine Romane queere Hauptfiguren haben
  4. Warum starke Frauen in meinen Romanen im Mittelpunkt stehen
  5. Warum Geborgenheit kein Gegensatz zu Spannung ist
  6. Warum meine Figuren Fehler machen dürfen
  7. Warum Kriminalfälle zu meinen Geschichten gehören
  8. Was passiert, wenn man all diese Themen miteinander verbindet?

Es gibt kein Männerbashing

Vorweg. Ich bin keine Männerhasserin, die Männer sind nur mit deutlich weniger „Screen Time“ versehen, weil mein Fokus auf etwas anderem liegt. Ich möchte zeigen, dass Frauen stark sind. Und auch darüber aufklären, warum man männliche Definitionen von Stärke vielleicht mal hinterfragen sollte. Denn wir Frauen sind mindestens genauso stark. Nur sehr oft eben anders, als die immer noch männerdominierte Welt wahrnimmt. Und ja, das halte ich in der Tat für ein Problem. Da möchte ich gegenhalten. Wieso und wie habe ich in dem Artikel: Warum starke Frauen in der Literatur wichtig sind bereits erklärt.

Menschliche Stärke ist nicht an eine Definition gebunden.

Es gibt meiner Meinung nach nicht nur eine Definition von Stärke. Menschliche Stärke wird leider wie so viele Dinge, zum Beispiel Gesundheit, Erfolg, und Leitbilder, an den von Männern geprägten Idealen gemessen. Ich bezweifle den Wahrheitsgehalt dieser Leitbilder, denn wir wissen doch: Alles im Leben hat mindestens zwei Seiten. Selbst die berühmte Münze hat noch eine dritte Seite, den Rand.

Eben weil es nicht nur eine männliche Definition von Stärke gibt

Ich beschränke mich bewusst auf die weiblich geprägte Variante von Stärke. Nicht weil ich sie für moralisch besser halte, sondern weil sie unterrepräsentiert ist. Weder Odine, Toni, noch Kassandra, ja, nicht mal Amelie brauchen einen Retter und schon gar keinen männlichen Retter. Sie alle sind auf ihre eigene Art stark. Und diese Stärke möchte ich vermitteln. Ich möchte mit meinen Romanen zeigen, dass die weibliche Version von menschlicher Stärke nicht nur ein Randphänomen ist, sondern dass sie bei 50 % der Bevölkerung vorhanden ist. Auch wenn nicht alle Frauen, dazu kommen, sie zu zeigen. Freundlicher Gruß an das Patriachart: Du bist ein Auslaufmodell.

Starke Frauen sind anders stark

Starke Frauen sind anders stark als Männer, und genau das möchte ich mit einer Szene aus Tödliche Flitterwochen in Florida zeigen. Toni beweist ihr eine Stärke, die eigentlich nicht erklärt werden muss.

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Szene aus Tödliche Flitterwochen in Florida

Antonia saß Sarah gegenüber in ihrer blauen Uniform, mit hellblauer Bluse und dunkelrotem Rock, ihr langes, schwarzes Haar streng nach Air Force-Vorschrift zusammengesteckt. Sie sah Sarah mit sanften, fast schon traurigen Augen an.
„Also willst Du mir nicht sagen, wie Du heißt?“, fragte sie mit sanfter Stimme.
Sarah McDermott schüttelte nur den Kopf. Zu sehr hatte ihr Peiniger ihr eingebläut, niemals jemandem zu sagen, wer sie war. Am besten gar nichts zu sagen. Antonia seufzte auf. Sie kam einfach nicht an das ausgehungerte junge Ding ran. Dann hatte sie eine Idee.
„Ich hab’ Hunger, möchtest Du auch was essen?“, fragte sie die junge Frau ihr gegenüber. Ohne nachzudenken, nickte Sarah.
„Was möchtest Du denn essen, ich wäre für eine Pizza“, lächelte Toni die junge Frau an.
„Darf, darf ich einen Burger haben? Und Pommes dazu?“, kam die zaghafte Stimme von Sarah.
„Ja, klar. Du hast Glück. Unsere Küche macht die besten Burger, die ich kenne. Soll ich uns zwei große Cola dazu bestellen?“
„Hmm!“, nickte Sarah.
„In Ordnung, dann mach’ ich die Bestellung und Du wartest hier auf mich. Verstanden?“
„Jawohl, ich rühr’ mich nicht vom Fleck“, bestätigte Sarah Tonis Anweisung. Diese ging dann erst mal los und rief einen Soldaten zu sich, damit dieser die Sachen aus der Air Force Kantine besorgen würde. Als sie wieder kam, hörte sie ein wildes Geschrei, von ihrem Platz.
„Nein, nein. Ich darf nicht weg. Die Frau hat gesagt, ich soll genau hier auf sie warten. Nein, lassen Sie mich.“

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Tränen der Verzweiflung rannen von Sarahs Gesicht, als sie Toni wiederkommen sah. Toni hatte schon von Weitem gesehen, wo das Problem war. Die Männer der Militärpolizei wollten Sarah mitnehmen, wahrscheinlich um Fingerabdrücke und Ähnliches zu nehmen. Und genau das hatte diesen Lärm verursacht. Toni hatte zu Sarah gesagt, sie solle dort warten, und genau das versuchte Sarah, als die Männer sie mitnehmen wollten. Toni griff sich, den ersten der MPs, den sie zu fassen bekommen konnte.
„Sergeant, was zum Geier ist hier los?“
„Nichts M’am, wir wollten die junge Dame nur erkennungsdienstlich behandeln. Aber sie sagte immer, sie solle hier warten. Ich meinte, wir wären ja gleich wieder mit ihr hier. Aber sie wollte nicht mitkommen.“
„Der Erkennungsdienst kann warten, Sergeant, die Frau braucht erst mal was zu essen. ich bringe sie nachher persönlich vorbei. Wegtreten!“
„Aber M’am, die Vorschriften?“, versuchte der Unteroffizier einzuwenden.“
„Ich kenne die Vorschriften und nun wegtreten!“, als sie das Wegtreten anordnete, bekam ihre Stimme eine Autorität, die Sarah aufhorchen ließ. Es war Dominanz, aber sie war anders. Die Stimme von der jungen Frau strahlte etwas Natürliches aus. Sofort zog Sarah die Beine am Stuhl zusammen und kauerte sich in den Stuhl. Toni fiel das sofort auf. Sie ging auf Sarah zu und setzte sich wieder auf ihren Stuhl, damit Sarah sie sehen konnte. Unwillkürlich wurde ihre Stimme wieder sanfter, ja beinahe fürsorglich, als sie Sarah ansprach.
„Hey, ich bin wieder da. Alles ist gut.“
„Du sagtest, ich solle hier warten, der Mann wollte mich mitnehmen. Das durfte er nicht. Du sagtest, ich solle hier warten“, schluchzte Sarah.
„Er wusste nichts davon. Es tut mir leid.“
Ungläubig sah Sarah Toni an. Wieso entschuldigte sich die Frau, die hier offenbar das Sagen hatte, bei ihr?
„Warum hast Du nichts gesagt? Zu ihm?“, fragte Sarah vorsichtig.
„Er war nicht da, als ich kurz rausging, um das Essen zu bestellen. Es tut mir leid.“
„Wieso?“
„Wieso was?“, fragte Toni nach.
„Ich meine, wieso entschuldigst Du Dich dauernd bei mir? Ich meine, Du bist hier die Frau, die das Sagen hat. Und nicht nur vom Rang“
Dabei deutete Sarah auf das silberne Rangabzeichen des First-Lieutenants an Tonis Kragen der Bluse.
„Wie meinst Du das?“
„Du bist Lieutenant, oder?“
„Ja, ich bin First Lieutenant Antonia Sanchez. Und Du?“
Sarah überging die Frage nach ihrem Namen und sagte dann.
„Und Du weißt, was Dominanz ist, oder?“
„Ja, das weiß ich. Wie kommst Du darauf?“, hakte Toni nach.
„Den Mann, den hat kein weiblicher Offizier rundgemacht, das warst Du. Das war etwas in Dir. Hab ich Recht?“, fragte Sarah weiter.
„Ja, ich habe den höheren Rang nur benutzt, weil ich es anders nicht darf.“
„Ich verstehe nicht.“
„Reden wir offen, einverstanden?“ Sarah nickte stumm. Toni hatte eine Idee. Anscheinend kannte sich das Mädchen mit der Air Force und mit Dominanz und Submission aus. Vielleicht könnte sie ja auf diese Art an sie herankommen. Toni räusperte sich und sagte dann mit fester Stimme

Antonia, oder wie sie in den Romanen genannt wird, Toni, hat hier eine Stärke bewiesen, eine Stärke, die auf Fürsorge basierte, nicht auf dem Durchsetzen von Macht. Sondern auf Menschlichkeit, auf Fürsorge für die Schwachen. Der Sergeant wollte seine Stärke als Ermittler durchsetzen, indem er Auswege suchte, ohne auf die Bedürfnisse von Sarah einzugehen. Sarah wollte tun, was Toni ihr aufgetragen hatte. Wahre Stärke beruht aber nicht darauf, sich gegenüber anderen auf deren Kosten durchzusetzen. Sondern zu führen auf eine Art, die den anderen freiwillig folgen lässt.

Schlussbemerkung

Ich persönlich hätte mehr Respekt vor dem Sergeant, wenn er gewartet hätte, bis Toni wieder da wäre. Und das, obwohl ich die Person selbst geschrieben habe. Na ja, vielleicht wollte ich auch eine Person als Kontrast schreiben? Wer weiß das schon? 😉 Was denkst Du war in der Szene das typisch weiblich starke? Schreibe es mir doch in die Kommentare, und wenn Du wissen willst, wie es mit Sarah und auch Toni weitergeht, dann kann ich Dir den Roman Tödliche Flitterwochen in Florida nur ans Herz legen. Du findest ihn wie alle meine Romane in meinem Büchershop.
In diesem Sinne
Sei Achtsam

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