
Warum sehnen sich Menschen nach Führung, obwohl sie Freiheit wollen?
Hallo,
bist Du auch einer der Menschen, die immer wieder nach der richtigen Richtung im Leben suchen? Oder bist Du einer der Menschen, die sich immer wieder fragen, warum Dein Umfeld so ziellos durchs Leben zieht? Oder liest Du gerne Geschichten über solche Menschen? In jedem Fall bist Du hier richtig. In meinen Romanen wirst Du genau solche Geschichten finden. Aber heute möchte ich einmal auf ein anderes Thema eingehen. Dieser Artikel ist übrigens Bestandteil der Lesereise: Was uns Menschen bewegt und was uns ausmacht:

Was uns Menschen bewegt und was uns ausmacht
- Die zwei Wege der Kontrolle
- Warum sehnen sich Menschen nach Führung, obwohl sie Freiheit wollen?
- Warum fühlen sich manche Menschen bei starken Persönlichkeiten sicher?
Heute möchte ich darauf eingehen, warum ein Teil der Menschen sich nach Führung sehnt, obwohl sie eigentlich Freiheit suchen. Und nein, ich meine nicht die Menschen, die eine politische Führung suchen. Denn von einer solchen Politik halte ich persönlich gar nichts. Politik soll rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, die eine reale Gleichwertigkeit aller Menschen ermöglichen, nicht Institutionen oder Behörden, sondern Menschen. Aber das soll dann auch mein Ausflug in die Politik gewesen sein. Zurück zur Kernfrage: Warum sich manche Menschen nach Führung sehnen, obwohl sie eigentlich frei sein wollen.
Führung ist kein Widerspruch zu Freiheit
Ich habe ja schon mehrfach durchblicken lassen, dass ich Buddhistin und Kampfkünstlerin bin. Beides lernt man nicht ohne Führung, und es hat mir auch geholfen, meinen Weg als Mommy Domme zu finden. Denn ein guter Caregiver macht genau dasselbe wie ein guter Meister der Kampfkünste oder Zen-Meister. Er bietet mit seiner Art eine Führung an, ein Leitbild. Er bietet Halt an. Und genau mit der Prämisse sind in meinen Romanen sowohl die Figuren Odine als auch Kassandra entstanden. Odine als Mommy Domme und Kassandra als Femme Domme. Selbst Archangel ist mit diesem Leitmotiv als Daddy Dom entstanden. Und mit Antonia „Toni“ Sanchez habe ich sogar eine Frau geschaffen, die innerhalb meines Romans Tödliche Flitterwochen in Florida ihren Rollenwechsel von einer Femme Domme zur Mommy Domme vollzieht.
Sie alle lassen ihren „Kleinen“ die Freiheit, sich zu entwickeln, sie selbst zu sein. Sie alle bieten einen Zaun, der immer und überall gilt. Aber sie alle sagen auch: „Das, was Du tust, hat Konsequenzen.“ Egal ob gut oder schlecht. Odine lobt Amelie, wenn sie etwas in ihren Augen besonders gut macht. Kassandra lobt Gaby, ihre Sub, oder Valerie, Gabys littlegirl, wenn eine von ihnen etwas besonders gut macht. Aber auch sie setzt beiden klare Grenzen.
Mitunter sind es erst die Ketten der Führung, die uns frei machen
Kennst Du das? Dein Kopf ist voll den Sorgen des Alltags, Deine Gedanken kreisen um die Dinge, die morgen anstehen, oder nächste Woche? Was, wenn ich Dir sage, dass Du als Person, die geführt wird, einen Teil dieser Sorgen zumindest vorübergehend abschalten kannst, nicht weil Du ein Roboter wirst, sondern weil Du spürst, dass da jemand ist, der Deine Päckchen kennt und für Dich da ist, der Dir einen Freiraum von Deinen Sorgen gibt? Einen Freiraum, der Dir ermöglicht, abzuschalten, weil er oder sie diese Päckchen eine Weile für Dich trägt. Denn niemand kann immer stark sein. Aber dazu habe ich bereits mal einen Artikel geschrieben.
Führung zulassen bedeutet, Vertrauen zuzulassen
Nun komme ich zu einem Punkt, der in der heutigen Zeit immer wichtiger wird. Zwangsläufig lernen wir, dass wir kaum jemandem vertrauen können. Und genau hier geht der Kreislauf los. Führen und geführt werden erfordern Vertrauen. Doch anstatt hier viele Worte zu machen, überlasse ich es Amelie, Dir das zu erklären. Das hat sie nämlich in meinem Roman Herbstalbträume getan.
Zitat aus Herbstalbträume

Odine gab Amelie noch einen Kuss auf die Stirn und ging rüber in das Nebenzimmer und wartete. Eine ganze Weile blieb es ruhig. Dann hörte sie sofort wieder Amys Stimme.
„Ich will zu meiner Mommy. Du kannst mir gar nichts erzählen. Meine Mommy passt auf mich auf!“
Wie von der Tarantel gestochen, sprang Odine auf und ging rüber in das Zimmer. Dort stand Amy, mit beiden Händen in die Hüften gestemmt, und schaute Ines trotzig an. Als sie sah, dass Odine den Raum betrat, rannte sie sofort zu Odine in die Arme.
„Hey, littleone. Ich bin doch hier. Was ist los, mein Engel?“, fragte Odine in sanfter, ruhiger Stimme.
„Die doofe Tante meinte, dass Amelie sich nur hinter mir verstecken würde, weil sie Angst vor bösen Menschen hat.“
„Welchen bösen Menschen?“, fragte Odine Amy.
„Das ist …“, wollte Ines gerade einwerfen, doch Odine hob nur abwehrend die Hand. Nun war es erst einmal wichtig, Amy wieder zu beruhigen, damit der Trigger für Amelie aufhörte.
„Na, der Mann, der Amelie so weh getan hat. Aber das stimmt nicht.“, mitten im Gespräch änderte sich die Tonlage von Amelies Stimme wieder, ihre erwachsene Seite hatte automatisch wieder übernommen, als sie merkte, dass Odine da war.
„Amelie, was stimmt nicht“, versuchte es Odine noch einmal.
„Amy ist keine Schutzschicht.“
Sondern?“, frage Odine nach.
„Amy ist der Part von mir, der es genießt, von Dir behütet und beschützt zu werden. Der Part, der mir erlaubt, die schönen Dinge in meinem Leben immer und immer wieder zu erleben. Amy ist der Part, den die große Welt nicht verletzen kann, weil ich weiß, dass Du mich vor diesen bösen Menschen beschützen wirst.“
Ines und Odine sahen sich an, sie hatten anscheinend beide gerade die gleiche Frage. Daher sagte Odine mit sanfter, warmer Stimme.
„Würdest Du das bitte Ines mal erklären und auch, wann genau Du wusstest, dass ich diese Person für Dich bin? Wann genau kam Dir dieser Gedanke das erste Mal?“
Bei diesen Worten führte sie Amelie zu einer Couch, die neu im Raum zu sein schien, und setzte sich mit Amelie auf die Couch.
„Das war bereits, als Valerie mir erklärte, was Gaby ihr bedeutet. Da kam mir das erste Mal der Gedanke, dass Du Dich für mich immer wie eine Mommy verhältst, dass all deine Regeln nur einen Zweck haben.“
„Welchen Zweck haben sie denn deiner Meinung nach?“, übernahm nun Ines Andresen wieder das Gespräch.
„Odines Regeln dienen nur einem Zweck. Sie will mich beschützen. Mitunter auch vor mir selber. Ihre Regeln, ihre Art, sie vermitteln Geborgenheit. Und Amy ist das, was passiert, wenn ich mich ganz darin fallen lassen kann. Amy ist keine Schutzmauer.“
Schluss
Mit diesem Zitat möchte ich auch den Artikel beenden, denn für mich ist es die stimmigste Erklärung, warum Menschen bereit sind, Führung anzunehmen, obwohl sie sich die Freiheit wünschen. Amelie bekommt die Freiheit von Ängsten und Sorgen als Preis für ihre Annahme der Führung durch Odine. Den Roman Herbstalbträume kannst Du bei mir im Büchershop kaufen. Was denkst Du? Leuchtet Dir ein, was ich hier geschrieben habe, oder ist es total unverständlich? Schreibe mir doch Deine Ansicht in die Kommentare.
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira


Keinen Bock mehr, nicht auf dem Laufenden zu sein? Kein Problem. Abonniere doch Einfach Mal Selbst Gedacht und erhalte einmal im Monat die Zusammenfassung der neuen Artikel. Außerdem erfährst Du eine Menge Hintergrundinformationen über mich.
Zusätzlich gibt es noch einen Rabatt auf die Artikel im Merch-Shop von Einfach Mal Selbst Gedacht und die erste Buchbestellung über den Buchshop von Einfach Mal Selbst Gedacht ist ab einem Warenbestellwert von 14,49 € ist ebenfalls versandkostenfrei. Es lohnt sich also. Werde auch Du Teil der Community.

Kommentar verfassen