
Sind Caregiver-little-Beziehungen eigentlich gesund?
Hallo,
heute möchte ich mal eine Frage beantworten, welche mir in Streams und Lesungen immer wieder gestellt wurde. „Sind diese Beziehungen zwischen Caregiver und little wirklich gesund?“
Kurze Antwort von mir: „Ja, sind sie.“
Nun könnte ich mir alles weitere schreiben sparen, aber das möchte ich nicht. Ausserdem ist dieser Artikel Teil einer Lesereise und ich möchte meine Antwort erklären und vielleicht sogar etwas relativieren. Dazu kommen wir dann im Fazit.
Wie funktioniert das mit D/s und Erziehung?
- Wie ich eine Beziehung in eine D/s-Beziehung umwandel
- Sind Caregiver-little-Beziehungen eigentlich gesund?
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Littles sind keine Ageplayer
Als Erstes fangen wir mal mit dem Begriff little an, denn eine Person mit little-Aspekten unterscheidet sich wesentlich von einem Ageplayer aus dem BDSM. Im Ageplay ist es so, dass eine erwachsene Person anfängt, sich wie ein Kind oder ein(r) Jugendliche(r) zu verhalten. Dieses Verhalten vorspielt. Vielleicht machen dieser Person die Dinge sogar Spaß. Aber hier ist es eine bewusste Entscheidung, sich in diese Rolle fallen zu lassen. Die Personen mit little-Aspekten, die ich kennengelernt habe, waren da anders. Bei Ihnen traten kindliche Verhaltensmuster auf, ohne dass sie sich dazu entschieden. Sie wurden trotzig, extrem kuschelig, oder wollten ein Malbuch ausmalen,und sie haben es entweder erst mittendrin oder danach begriffen, dass die kleine Seite wieder die Oberhand hatte.
Littles sind keine psychisch kranken Menschen.
Alle konnten diese kleine Seite bewusst „unterdrücken“, wenn sie es merkten. Aber in vertrauter Umgebung. Viele der littles die ich kennengelernt habe, sind durchaus in der Lage, die Trigger für den „Verhaltenswechsel“ zu kontrollieren. Bei fast allen war es so, dass es ihnen aber erst auffiel, wenn man mit ihnen darüber gesprochen hat. Ab da an konnten alle littles die ich im meinem Leben getroffen habe, diese Trigger in der Auswirkung zumindest abmildern. Also von daher sehe ich keine Erkrankung. Sie haben einfach nur den Wunsch sich behütet und beschützt fühlen zu dürfen. Amelie hat diesbezüglich ihre Gedanken in meinem Roman Hochzeit zu Dritt wie folgt formuliert.
Zitat aus Hochzeit zu Dritt

Am nächsten Morgen wachten Amelie als Erstes auf. Sie zog sich ein Longshirt an und ging ins Wohnzimmer. Vielleicht würde ein wenig fernsehen ihr helfen, abzuschalten. Sie zappte durch die Programme, als sie bei einem Streamingsender sah, dass dort „Elliot, das Schmunzelmonster“ lief. Sofort hatten sie Nora, Lampie und der kleine Pete in ihren Bann gezogen. Bei dem Lied, in dem Pete Nora über Elliot erzählte, kamen Amelie die Tränen. Zu sehen, wie sich Nora um Pete kümmerte, berührte ihr Herz. Es löste eine Sehnsucht aus, eine Sehnsucht, eine Erinnerung an ihre Kindheit wieder zu erleben. Dieses Gefühl des behütet sein, dieses Gefühl des beschützt werden. Der Film lief weiter und irgendwann begriff sie, dass das, was sie sich wünschte, das war, was ihre Freundin hatte. Valerie wurde von Gaby behütet und beschützt und von Kassy. Aber genau so wollte sie es nicht. Sie war nicht wie Valerie. Sie war anders. Sie hatte wie jetzt Momente, in denen sie behütet und beschützt werden wollte. Aber sie war auch eine starke, eine selbstbewusste Frau, die fest im Leben stand und ihr Beruf war es, andere Menschen zu schützen.
Die Verhaltensweisen von littles schaden niemandem.
Es gibt aber sehr wohl Menschen, die diese nicht verstehen oder ausnutzen, daher wäre ich nie einverstanden, wenn meine Partnerin diese in einer Umgebung ausübt, die nicht sicher ist. Und genau das ist die Aufgabe des Caregivers in den Beziehungen. Ihrem little -Partner ein solch sicheres Umfeld zu geben. Die Bezeichnungen Mommy Domme oder Daddy Dom kommen nicht von ungefähr. Sie behüten und beschützen wie Mommy und Daddy, wenn ihre Partner ihre little – Momente haben, sie den sogenannten littlespace erleben.

Caregiver – die andere Seite
Aber wie ist es auf der anderen Seite? Ist es nicht stressig und nervig, mit einer little -Person als Partner? Aus eigener Erfahrung gesagt: Nein. Fakt ist aber auch, dass einiges anders ist. Wenn dein Partner im littlemodus oder dem littlespace ist, kannst Du nicht mit ihm vernünftig diskutieren. Little bedeutet klein und genau das ist dann der Fall. Du hast einen Menschen, der in der Gefühlswelt eines kleinen Kindes lebt. Wobei das Alter nicht nur von Person zu Person, sondern auch in den jeweiligen Situationen ein anderes sein kann. Und ich kann nur von meiner Seite sagen, ich genieße diese Momente, eben noch eine erwachsene, sexy Frau, mit messerscharfem Verstand vor mir zu haben und im nächsten Moment das kleine Mädchen, das sich freut, nur weil ich ihm aus Dankbarkeit einen Schokopudding gekocht habe, weil es mir ein Bild gemalt hat.
Caregiver bedeutet Verantwortung.
Ja, es gibt nicht nur die schönen Momente. Als Caregiver sollte man wissen, welche Momente seinen Partner triggern und wie man ihn zum Beispiel in der Öffentlichkeit schnell wieder aus dem littlespace bekommt, wenn es gerade nicht passt. Aber auch in Vanilla-Beziehungen versucht man ja, seinen Partner zu beruhigen. Ich sehe da keinen Unterschied.
Caregiver müssen auch mal nein sagen.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied und der ist auch der Grund, warum ich derartige CG/l‑Beziehungen als BDSM oder D/s‑Beziehungen betrachte. Ein Caregiver muss auch mal in der Lage sein, nein zu sagen. Gerade wenn die little-Seite in der Öffentlichkeit rauskommen will, oder die Partnerperson Dinge aus dem „kleinen“ Übermut tun möchte, die beruflich, privat oder tatsächlich gefährlich werden könnten. Meine eigene Erfahrung sagt dabei, dass, wenn ein nicht eingehaltenes Nein keine Konsequenzen hat, es dann irgendwann nicht mehr wirkt. Daher müssen die Konsequenzen aus diesen Regelbrüchen auch kommen. (Ich nenne es in dem Zusammenhang lieber Strafen, und falls ihr Anregungen braucht, habe ich hier diesen Artikel für Euch verlinkt.
Fazit
Ich denke, eine Caregiver-little-Beziehung kann für beide Seiten eine gesunde Beziehung sein, wenn beide Seiten sich selbst dabei nicht aufgeben. Wenn man als Caregiver sich nicht darin verliert, sondern auch immer wieder eigene Momente hat. Menschen mit little -Anteilen brauche Zeiten um es auszuleben, aber sie brauchen auch die „Erwachsenenzeit“ Caregiver genießen es im Regelfall, sich um die Menschen, die sie lieben, zu kümmern, sie zu umsorgen, aber auch sie haben ein Leben, das nach Erfüllung in anderen Bereichen strebt. Zu dieser Wenn alles harmonisch läuft, ist es für mich eine gesunde Beziehung. Wie seht ihr das? Schreibt es mir doch mal in den Kommentare.
In diesem Sinne
Seid Achtsam
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira


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