
Warum Menschen sich nach Geborgenheit sehnen

Hallo,
schon mal gefragt, warum ich bei der Beziehung zwischen Odine und Amelie soviel Wert auf die Alltagsszenen lege? Die Antwort ist für mich einfach, aber wenn man das Genre Cozy Crime betrachtet mit Sicherheit nicht logisch, denn hier greift Lesbian Love oder besser Liebe. Denn Liebe vermittelt Geborgenheit und sehnen wir uns nicht alle nach Geborgenheit? Aber warum ist das so? Dieser Artikel ist Teil einer Reihe in der es um das Thema Geborgenheit im Kontext zu BDSM und CG/l geht.
BDSM und CG/l brauchen Geborgenheit
- Warum Menschen sich nach Geborgenheit sehnen
- Warum BDSM, D/s, CG/l?
- Warum BDSM mehr als nur Sex ist.
- Fürsorge – Das Richtige tun, egal, wie weh es einem tut
- Warum Geborgenheit unterschätzt wird
- Vom Leben mit Schutzengeln
- Always be strong ein Mythos, der nicht funktioniert.
Wir Menschen sehnen uns alle nach Geborgenheit
Ich stelle mal die These auf, das wir uns alle nach Geborgenheit sehnen. Wir wollen alle irgendwo ankommen, zu Hause sein. Verstanden und so angenommen werden wie wir sind. Wir alle wollen das Gefühl haben so wie wir sind einfach nur genug zu sein.
Geborgenheit ist ein Anker ist der Welt voller Gefahren
Geborgenheit ist ein Anker in einer Welt, die uns nicht immer freundlich gesinnt ist. Geborgenheit bedeutet Sicherheit, bedeutet angenommen zu werden, als die Person die man ist. Sie bietet Halt in einer Welt, die immer mehr nach Perfektion strebt, einer Welt in der Selbstoptimierung über alles zu gehen scheint. Sie bietet Halt, wenn die angeblich so wichtige Leistungsgesellschaft vorrang vor allem zu haben scheint. Für das bessere Verständnis habe ich mal eine Szene aus meinem Roman Hochzeit zu Dritt eingefügt.
Szene aus Hochzeit zu Dritt

Am nächsten Morgen wachten Amelie als Erstes auf. Sie zog sich ein Longshirt an und ging ins Wohnzimmer. Vielleicht würde ein wenig fernsehen ihr helfen, abzuschalten. Sie zappte durch die Programme, als sie bei einem Streamingsender sah, dass dort „Elliot, das Schmunzelmonster“ lief. Sofort hatten sie Nora, Lampie und der kleine Pete in ihren Bann gezogen. Bei dem Lied, in dem Pete Nora über Elliot erzählte, kamen Amelie die Tränen. Zu sehen, wie sich Nora um Pete kümmerte, berührte ihr Herz. Es löste eine Sehnsucht aus, eine Sehnsucht, eine Erinnerung an ihre Kindheit wieder zu erleben. Dieses Gefühl des behütet sein, dieses Gefühl des beschützt werden. Der Film lief weiter und irgendwann begriff sie, dass das, was sie sich wünschte, das war, was ihre Freundin hatte. Valerie wurde von Gaby behütet und beschützt und von Kassy. Aber genau so wollte sie es nicht. Sie war nicht wie Valerie. Sie war anders. Sie hatte wie jetzt Momente, in denen sie behütet und beschützt werden wollte. Aber sie war auch eine starke, eine selbstbewusste Frau, die fest im Leben stand und ihr Beruf war es, andere Menschen zu schützen. Als der Abspann lief, wachte Odine auf und ging ins Wohnzimmer. Dort sah sie ihre nachdenkliche Amelie sitzen. Leise ging sie auf Amelie zu und nahm diese in die Arme. Odine sagte kein Wort. Sie war einfach nur da und Amelie genoss genau das. Diese unbedingte Liebe ihrer Verlobten, dieses einfach nur für sie da sein. Amelie ließ sich förmlich in Odines Umarmung fallen, versank förmlich in der Frau, die sie über alles liebte, die Frau, welche Amelie so annahm, wie sie war, ohne Bedingungen zu stellen, ihre Liebe verschenkte. Amelie seufzte irgendwann auf und meinte dann.
„Mitunter wünschte ich, ich wäre Pete.“
„Wie meinst Du das?“
„Na ja, der Junge hat echt Glück. Er erfährt als Kind bedingungslose Liebe. Erst durch Elliot, dann durch Nora und Lampie.“
„Meinst Du, dass meine Liebe Bedingungen stellt?“
„Nein, ich weiß, dass sie es nicht tut. Aber …“
„Aber was?“
„Ich bin kein Kind mehr, ich kann die Uhr nicht zurückdrehen. Dinge, die man als Mädchen macht, kann ich nicht mehr machen. Ich bin eine erwachsene Frau.“
„Hm, wirklich? Meinst Du, Valerie sieht das genauso?“
„Wie meinst Du das?“
„Komm mal mit, mein Schatz.“

Odine ergriff Amelies Hand und führte sie in das Zimmer, welches Valerie und Amelie gemeinsam eingerichtet hattet.
„Schau Dir mal die Wand an!“Odine deutete auf die Wand, die einen himmelblauen Himmel mit rosa Land und einem Meer von Teddybären darstellte.
„Und schau Dir mal die Möbel an, sehen die irgendwie nach einer Einrichtung einer erwachsenen Frau aus?“
Dabei deutete Odine auf das Bett aus weiß lackiertem Holz und die weiß lackierten Möbel.
„Sieht dieses Zimmer irgendwie erwachsen aus?“
„Nein, aber das haben Valerie und ich gemeinsam ausgesucht, irgendwie passt es einfach. Es spiegelt irgendwas in mir wider. Einen Teil, der nie mehr zurückkann. Einen Teil, der eingeschlossen ist, tief hier drin.“
Amelie deutete dabei auf ihr Herz. Sie begann zu weinen und Odine nahm sie sofort in die Arme und tröstete sie. Sie sagte kein Wort, strich Amelie einfach nur sanft übers Haar und hielt sie in ihren Armen. Als sich Amelie zu beruhigen begann, sprach sie.
„Warum kann der Teil in Dir nie wieder zurück?“
„Weil ich kein Kind mehr bin und die Tage meiner glücklichen Kinderzeit sind lange vorbei.“
„Sind sie das wirklich?“, fragte Odine sanft.
„Ja, ich habe niemanden, der mich noch mal so behüten würde, mich so auffängt. Ich bin eine erwachsene Frau. Ich darf nicht mehr einfach nur in den Arm wollen, mich über eine Zuckerwatte auf dem Rummel freuen wie ein kleines Kind. Ich muss groß und stark sein.“
Über Odines Gesicht kam ein Schmunzeln.
„Komisch, ich hab gedacht, dass Du Dich auf dem Jahrmarkt genauso über die Zuckerwatte gefreut hast, als wir mit den anderen da waren.“
Amelie wurde rot, denn ja, sie hatte sich wirklich gefreut, als Odine ihr die Zuckerwatte erlaubt hatte, nachdem sie sich auf dem Jahrmarkt so danebenbenommen hatte. Aber waren diese Gefühle denn richtig? War es in Ordnung, so zu empfinden?
„Ich bin durcheinander, ich weiß nicht, was ich denken oder fühlen soll.“
„Shhh, ich weiß. Alles ist gut. Sortiere erst mal in Ruhe Deine Gedanken. Wenn Du so weit bist, können wir in Ruhe reden, mein Schatz.“
Odines Stimme war sanft und liebevoll. Es war nichts in der Stimme, dass Amelie Angst machte oder sie verunsicherte. Auf einmal fing Odines Magen an zu grummeln und sie meinte dann zu Amelie.
„Wollen wir etwas frühstücken?“
Amelie schüttelte den Kopf. Sie hatte keinen Hunger. Sie wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden. Odine seufzte auf und schaute dann zu Amelie, legte ihren Finger unter Amelies Kinn, damit diese ihr in die Augen sehen musste und meinte dann.
„Schatz, Du weißt schon, dass Du was essen musst, um gesund und stark zu sein?“
„Mir doch egal, ich habe keinen Hunger. Ich will nichts essen.“
„Amelie, müssen wir uns noch mal über die Grundregeln unterhalten?“
Odines Stimme wurde wieder ernst, in ihrer Stimme war alles Weiche, alle Samtheit verloren gegangen, die Amelie eben noch in sich aufgesogen hatte. Amelie schluckte und sagte dann.
„Nein, müssen wir nicht.“
„Gut, dann machen wir nun etwas Porridge für uns beide. Du darfst aussuchen, welche Früchte in das Porridge sollen.“
Amelie nickte, wenigstens wäre es nicht das langweilige Standardporridge mit gefrorenen Heidelbeeren und gefrorenen Himbeeren.
„Frische Erdbeeren aus dem Garten?“
„Von mir aus gerne.“
„O.K., ich pflücke eben welche.“
Vielleicht sind genau solche Momente, der Grund warum wir uns nach Geborgenheit sehnen? Weil wir zu Hause ankommen möchten?
Geborgenheit ist etwas das Zuversicht ausstrahlt
Wir brauchen alle dieses Gefühl von Geborgenheit, denn sie strahlt Zuversicht aus. Ziversicht in einer Welt in der wir nicht immer dem Bild entsprechen, wie der Mensch im Rahmen der Leistungsgeselschaft zu sein hat. Geborgenheit sagt genau hier: „Du bist genug.“ Und genau das ist wertvoller als jeder Leistungsdruck, jede Perfektion. Geborgenheit ist das was uns die Kraft gibt, die Dinge im Leben zu tun, die notwendig sind. Denn hier strahlt Geborgenheit Zuversicht aus. Aus innerere Kraft entsteht Zuversicht. Die Zuversicht alle Dinge im Leben meistern zu können.
Geborgenheit gibt Kraft
Zu spüren, das einen andere so sehen wie man wirklich ist, zu merken, das es Menschen gibt die einen so erkennen und annehmen wie man ist, das ist es was ein Gefühl von Geborgenheit auslösen kann und genau das ist die Kraftquelle die uns allen die Kraft gibt, dieses Leben zu meistern.
Schlussbemerkung
Hättest Du gedacht, das es so wichtig ist Geborgenheit zu empfinden und auch zu vermitteln? Bei den Menschen die Dir wichtig sind? Wem schenkst Du dieses Gefühl von Geborgenheit? Ich bin bin auf Deine Antworten gespannt.
In diesem Sinne
Sei Achtsam
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira


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