
Buchvorstellung: Der Harlekin und seine Julia

Hallo,
ich freue mich Euch endlich den neuen Band um Odine und Amelie vorstellen zu können. Der Titel lautet: „Der Harlekin und seine Julia„. Dieses Mal kommt es wirklich knüppeldick für die beiden. Erst müssen die beiden und Remzi einen beruflichen Tiefschlag verdauen und dann kommt Amelie auch noch in eine große Krise, aus der sie keinen Ausweg sieht. Werden die beiden wieder einen Weg finden? Kann Ines Andresen den beiden helfen, sich nicht zu verlieren? Und können sie den beruflichen Tiefschlag doch noch in einen Homerun verwandeln? All das und noch viel mehr gibt es in: Der Harlekin und seine Julia.
Den Roman erhaltet ihr natürlich wieder wahlweise als:
- E-Book ISBN: 9789403736112 für: 6,49 €
- Taschenbuch ISBN: 9789403739663, 292 Seiten für 14,49 €
- Als Hardcover ISBN: 9789403739960, 292 Seiten für 25,49 €
Buchbeschreibung:
Der Harlekin der Nacht und Julia Winterhain sind aus dem Gefängnis ausgebrochen. Und wenn Odine Bernau damit nicht noch genug um die Ohren hätte. Nein, ihre Frau und Kollegin hat auch noch eine Vertrauenskrise und macht gefährliche Alleingänge, um eine wichtige Zeugin zu schützen. Und wer bitte steckt hinter der venezianischen Loge? Werden Odine und Amelie sich noch mal zusammenraufen. Ist ihre Liebe und ihr Vertrauen ineinander stark genug? All dieses erfährt der Leser in dem dritten Band der Reihe Odine und Amelie – ein kriminalistisches Duo. Dieser Band ist die Fortsetzung von Die Feuer des Harlekins.
Klappentext
Der Harlekin der Nacht und Julia Winterhain sind aus dem Gefängnis ausgebrochen. Den Schock müssen Kriminalhauptkommissarin Odine Bernau und ihr Team erst einmal verdauen. Doch auch privat trifft es Odine Bernau, ihre Beziehung zu ihrer Kollegin und Frau steckt in einer schweren Krise.
Einfach aufklappen, um zur Leseprobe zu gelangen.
Der Harlekin und seine Julia
Daira Bär
Vorwort
Der Harlekin ist frei. Ausgebrochen mit Julia Winterhain. Die Kriminalbeamten Odine, Amelie und Remzi gehen auf die Jagd nach einem mörderischen Duo. Werden die drei es schaffen, die Frauen zur Strecke zu bringen. Und ist ihr Boss Lars Richard Gebauer wieder in Gefahr? Wie konnten der Harlekin und Julia Winterhain überhaupt aus dem Gefängnis ausbrechen? All diese Fragen werden in diesem Band geklärt.
Mit diesem Band wird die Geschichte um das Polizistinnenduo Odine und Amelie weiter erzählt. Aber auch die Geschichte von dem Harlekin der Nacht und Julia Winterhain geht hier weiter.
Werden sie gefasst werden, oder können sie weiter ihr Unwesen in der Stadt treiben?
Kapitel 1: Alles noch mal von vorne
Der vierte November war ein typischer Novembertag. Neblig, nass und kalt. Es war ein Montagmorgen, der zu Odines Stimmung passte. Die brünette Kriminalhauptkommissarin saß genervt an ihrem Schreibtisch. Heute am vierten November waren der Harlekin und Julia Winterhain genau zwei Wochen spurlos verschwunden. Sie hatten den Fahrer der Wäschefirma, mit dessen Lieferwagen die beiden Frauen aus dem Gefängnis entkommen war, gefunden. Aber auch von diesem fehlte seit ein paar Tagen jedwede Spur. Jedes Mal, wenn sie überzeugt waren, einen Hinweis zu haben, wurde dieser zunichtegemacht. Und sie tappten wieder im Dunkeln. Frustriert griff sie zu ihrem Kaffeebecher. Pfui Teufel. Der war schon wieder kalt. Mit einer miesen Laune ging sie in die Kaffeeküche, um sich einen frischen Kaffee zu holen, als sie aus der Küche die Stimme ihrer Frau vernahm.
„Das ist ein solcher Mist. Ich könnte kotzen. Zwei Fälle gelöst und die Täter türmen. Alle Arbeit umsonst, und wir haben nicht eine brauchbare Spur. Das ist …“
„Amelie, ich weiß, dass es Mist ist, aber könntest Du bitte deine Stimme und Wortwahl etwas zügeln?“, unterbrach Odine ihre Frau.
„Hallo Remzi, seid ihr auch nicht weiter gekommen?“
„Keinen Millimeter. Wir waren eben in der Wohnung des Fahrers. Die sieht aus wie geleckt. Als wenn da jemand sauber gemacht hat.“
„Ist die KTU schon vor Ort?“, fragte Odine.
„Jack ist mit der Truppe noch da. Allerdings ist laut seiner Aussage alles desinfiziert worden.“
„Bitte, was?“, hakte Odine entgeistert nach.
„Jep. Spurensuche Fehlanzeige.“
„Dann haben wir ein echtes Problem.“
„Wem sagst Du das? Da laufen zwei durchgeknallte Psychopathinnen durch die Straßen und wir haben keine Spur zu Ihnen“, grollte Amelie.
„Jetzt beruhig Dich erst mal Partner, bisher haben wir drei doch jeden Fall gelöst.“
„Wir drei hatten auch erst zwei zusammen, Partner.“
Amelie war auf 180. Seit sie am Sonnabend von der Flucht der beiden erfahren hatte, war ihre Stimmung permanent auf dem Nullpunkt und Odine machte sich bereits ernsthaft Sorgen um ihre Frau. Odine wusste, warum Amelie so drauf war. Sie wollte den Opfern und ihren Angehörigen Genugtuung verschaffen. Aber das ging gerade richtig daneben, weil die Täter geflohen waren. Es half aber nichts. Wenn Amelie sich so persönlich in dem Fall engagierte, musste sie ihr eine Auszeit geben, ansonsten würde es eskalieren und Amelie sich aufreiben. Odine wollte gerade etwas dazu sagen, als Remzi sie ansprach.
„Boss, können wir mal unter vier Augen reden?“
„Ja, komm in mein Büro.“
Bei diesen Worten nahm sich Odine einen Kaffee und ging in ihr Büro. Remzi folgte ihr und Amelie ging den beiden nach.
„Partner, kann ich das Gespräch allein mit Odine führen?“
„Kommt darauf an, wenn es um mich geht, dann nicht.“
„Doch, gerade dann. Ich erkläre es Dir danach. Vertrau mir bitte.“
Remzi sah Amelie eindringlich in ihre blauen Augen und als sie wiederum in die dunklen Augen ihres Partners blickte, nickte sie nur und ging in ihr gemeinsames Büro. Remzi schloss die Tür hinter den beiden und setzte sich auf einen der beiden Sessel vor Odines Schreibtisch, während Odine dahinter Platz nahm.
„Also, was gibt es?“
„Geradeheraus?“
„Ja. Was denn sonst?“
„Sei nicht zu hart zu Amelie, sie ist eine gute Polizistin und ja, sie nimmt das alles persönlich, das tue ich auch. Und wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, dann tust Du das auch“, sagte Remzi Odine ohne Umschweife.
„Ja, Du hast Recht. Aber dennoch muss sie nicht die Dienststelle zusammenschreien.“
„Na dann, sei froh, dass Du mich nicht im Auto gehört hast. Amelie hatte nur keine Gelegenheit sich Luft zu machen, weil ich da geflucht habe wie ein Rohrspatz.“
Verwundert sah Odine ihren Mitarbeiter an. Ging es den beiden so nah?
„Schau nicht so. Ich habe es bisher nicht erlebt, dass einer meiner Täter aus dem Knast entkommen ist. Und nun gleich im Doppelpack? Das geht ans Selbstbewusstsein.“
„Verstehe. Und nein, keine Sorge, was das betrifft, ging es mir nur um das, was ich vorhin angemerkt habe. Was ihr im Auto macht, das ist Eure Sache. Solange Amelie sich an unsere Grundregeln hält.“
„Das tut sie. Keine Sorge. Sie ist nur frustriert, ohne Ende.“
„Das verstehe ich. Ich werde nachher einmal mit ihr reden.“
„Warte lieber damit. Im Moment ist kaum ein Durchkommen.“
„Hm. Danke. Ich überlege es mir. Sonst noch etwas?“
„Nein, ich wollte nur nicht, dass Du denkst, dass alles so spurlos an uns vorübergeht.“
„Das dachte ich nie. Und ja, Du hast recht. Das tut es auch an mir nicht.“
„Gut, dann gehe ich mal wieder an die Arbeit. Die Vögelchen müssen ja irgendwo sein.“
„Mach das. Und schick bitte Amelie zu mir.“
„Mache ich.“
Remzi stand auf und verließ das Büro von Odine. Er ging direkt in sein und Amelies gemeinsames Büro. Dort saß Amelie und kämpfte mit ihrer Selbstbeherrschung.
„Odine will Dich sehen. Kleiner Tipp rede offen mit ihr. Ich denke, sie versteht Dich besser, als Du gerade denkst.“
„Danke.“
Amelie stand auf und umarmte ihren Partner. Dann ging sie in Richtung des Büros ihrer Frau. Remzi stand noch einen Moment im Raum und musste schmunzeln. Das war ja etwas ganz Neues. Eine Umarmung von Amelie. Anscheinend war sie wirklich fertig. Remzi hoffte inständig, dass Odine die richtigen Worte finden würde, um Amelie wieder aufzubauen. Es nervte einfach. Dann hatte er eine Idee. Das Ganze musste ja irgendwie koordiniert werden, also welcher Kontakt war bei beiden Flüchtigen gewesen und konnte das alles koordinieren? Er ging zu seinem Schreibtisch und rief im Gefängnis an. Am anderen Ende meldete sich eine Frau.
„Kriminalkommissar Aslan hier. Ich hätte gerne eine Liste der Besuche von Susanne Namimowitsch und Julia Winterhain.“
„Das kann aber dauern, reicht auch ein Datenausdruck des Besucherprotokolls? Das kann ich Ihnen auch per E-Mail schicken“, sprach die Dame am anderen Ende betont freundlich.
„Ja, eine E-Mail mit den Daten reicht aus“, erwiderte Remzi mit leicht gereiztem Tonfall.
„Bis wann brauchen sie den Ausdruck?“, fragte die freundliche Dame am anderen Ende.“
„Bis wann? Wie wäre gestern? Nein, schon gut. So schnell wie möglich reicht vollkommen. Danke sehr“, sagte Remzi und kämpfte mit seiner Selbstbeherrschung. Es ging immerhin um zwei flüchtige Verbrecher, einer davon war bereits verurteilt. Die andere in Untersuchungshaft gewesen.
„Ich schicke Ihnen die Daten so schnell wie möglich, Herr Aslan.“
„Ich danke Ihnen.“
„Auf Wiederhören, Herr Aslan.“
„Auf Wiederhören.“
Währenddessen klopfte Amelie an Odines verschlossene Tür. In ihrem Magen krampfte sich alles zusammen. Was würde sie nun erwarten? Wie würde Odine reagieren? Sie war so in Gedanken, dass sie das ‚Herein‘ fast überhört hätte. Als die blonde Polizistin eintrat, schaute sie unsicher zu Odine rüber. Doch die brünette Polizistin lächelte sie nur an.
„Setz Dich doch, Amelie.“
„Danke.“
Was war das bitte? Amelie hatte fest mit einem Anpfiff gerechnet. Aber das hier war ja eher das Gegenteil. Vorsichtig setzte sich Amelie hin und schaute Odine an.
„Ich möchte mit Dir reden.“
„Ich bin ja hier.“
„Amelie, lass das bitte. Keine Mauern jetzt. Ich möchte wissen, wie es Dir geht. Wie kommst Du mit der Situation zurecht?“
„Welche Situation? Dass all die Arbeit in zwei Fällen umsonst war?“, aus Amelies Worten troff es nur so vor Zynismus.
„Genau diese Situation. Und nein, die Arbeit war nicht umsonst. Wir haben beiden Frauen die Taten nachgewiesen. Wir müssen sie nur eben wieder einfangen.“
„Aber wie? Wir haben keinen Anhaltspunkt. Wir haben gar nichts.“
In Amelies blauen Augen schossen die Tränen der Wut und des Zornes. Sie war stinksauer.
„Ich … Ich bin so verdammt wütend. Weißt Du das? Ich will wissen, wer so etwas macht. Irgendjemand hat alles verraten, warum ich diesen Beruf ausübe. Irgendjemand hat das alles geplant. Wenn ich rausbekomme, wer das war, dann möchte ich denjenigen am liebsten …“, Amelie schluckte den letzten Teil des Satzes runter.
„Na, was möchtest Du?“
„Mir für eine sehr, sehr lange Zeit den Rohrstock von zu Hause ausleihen, bis die Person begreift, dass so etwas nicht geht“, sagte Amelie mit Zorn in der Stimme.
Odine musste schmunzeln. Ihre Frau war wirklich das erste Mal so wütend, dass sie selbst konsequent sein wollte. Aber das wäre der falsche Weg und das würde sie ihr nun auch erklären.
„Amelie, ich empfinde es als gut, dass Du so ein Gerechtigkeitsempfinden hast. Aber beruflich steht es uns beiden nicht zu, über Taten anderer zu richten.“
„Wer sagt denn, dass ich mir den Rohrstock beruflich ausleihe?“, kam von der blonden Frau eine trotzige Antwort.
„Erinnerst Du Dich? Wir wollten Berufliches und Privates trennen?“, fragte Odine mit sanfter Stimme nach.
„Ja, aber das, was ich fühle, überschattet einfach alles. Ich hab soviel Wut in mir. Das kenne ich nicht von mir und es macht mir Angst.“
„Das ist gut, denn Du beschreitest da einen Weg, den ich niemals zulassen würde“, sagte Odine mit einem strengen Tonfall.
„Aber, erinnerst Du Dich an Junovic?“, fragte Amelie nun doch nach.
„Ja, das tue ich und das war bestimmt nichts, was die Regel bei unserer Arbeit sein sollte. Unsere Aufgabe ist es, die Verbrecher ins Gefängnis zu bringen. Nicht zu Meierdirks“, mahnte Odine.
„Ja, ich weiß. Was machen wir nun? Ziehst Du mich von dem Fall ab?“
„Von welchem? Winterhain, Harlekin oder beide?“, erwiderte Odine trocken.
„Von all dem hier?“, fragte Amelie verunsichert. Odines Art und Weise, mit ihr das Gespräch zu führen, verunsicherte sie immer mehr. Es gab keine Vorwürfe. Sie führten beide nur ein Gespräch und das hatte sie nicht erwartet. Nicht nach dem, was vorhin vorgefallen war.
„Nein, das werde ich nicht. Aber wenn ich merke, dass Du Dich nicht unter Kontrolle hast, werde ich das tun.“
„Danke. Duhu?“
„Ja?“
„Ich könnte eine Umarmung gebrauchen?“, kam es scheu von Amelie.
„O.K. fünf Minuten Auszeit von der Arbeit und danach gehst Du wieder an die Arbeit. Wenn wir die beiden wieder fassen wollen, brauch’ ich Dich mit klarem Verstand bei der Arbeit.“
Odine stand auf und ging um ihren dunkel gebeizten Schreibtisch aus Holz herum, um sich vor Amelie an die Tischkante zu lehnen. Sofort stand Amelie auf und verkroch sich nahezu in Odines weit geöffneten Armen.
„Danke.“
„Shh. Es ist schon gut, Kleines. Es ist schon gut.“
Odine gab Amelie einen sanften Kuss auf ihr blondes Haar und nach ein paar Minuten löste Amelie die Umarmung selbstständig. Sie hatte sich wieder gefangen.
„Tut mir leid, dass ich so aufbrausend war. Ich weiß auch nicht, was mit mir los war.“
„Alles gut. Wir haben es geklärt und nun geh bitte an die Arbeit. Sucht Euch irgendeinen Anhaltspunkt.“
„Hast Du keine Idee?“
„Nein, leider nicht. Meine Ideen sind auch gerade aus.“
„Dann hoffe ich mal, dass Remzi eine neue Idee hat. Aber so wie er drauf war, glaube ich das kaum. Der ist megagefrustet.“
„Oh, aber bei manchen Menschen setzen Frust und Wut eine Menge an Energie frei.“
„Mich blockieren sie irgendwie. Ich habe dann das Gefühl, dass irgendetwas falsch läuft.“
„Ich weiß mein Spatz und dann ärgerst Du Dich über Dich selber, hab ich recht?“
„Ja, will nicht, dass etwas falsch läuft. Erst recht nicht wegen mir.“
„Aber Du hast hier nichts falsch gemacht. Das war alles nicht mehr in unserer Hand.“
„In wessen dann?“, fragte Amelie Hilfe suchend.
„Ich würde sagen, in den Händen der Fluchthelfer, wer immer das war.“
„Meinst Du, es bringt etwas, wenn wir da ansetzen?“
„Den Fluchthelfer finden wir ja nicht“, erwiderte Odine.
Sie verstand einfach nicht, worauf Amelie hinauswollte.
„Aber vielleicht denjenigen, der alles organisiert hat.“
„Das ist ein guter Ansatz, geht dem mal nach.“
„O.K. Boss. Ich bin dann mal da dran.“
„Gut.“
Amelie ging wieder zu Remzi und der saß bereits vor ausgedruckten Papierlisten und arbeitete sich da durch.
„Hi, Remzi. Was machst Du da gerade?“
„Ich habe mir die Besucherlisten von Namimowitsch und Winterhain schicken lassen.“
„Warum denn das?“
„Na, weil irgendwie musste das ja koordiniert werden“, antwortete der dunkelhaarige Kommissar.
„Ah, und wenn wir wissen, wer es koordiniert hat …“
„Dann finden wir auch die Hintermänner. Genau“, sagte er mit einem Lachen.
„Toll, ich hatte gerade bei Odine die gleiche Idee“, sagte Amelie mit einem Grinsen.
„Na siehste, ich färbe ab. Du lernst dazu“. feixte Remzi.
„Haha. Sehr witzig. Durch Gedankenübertragung oder wie soll das passiert sein. Ich war in einem ganz anderen Raum.“
„Keine Ahnung. Auf jeden Fall finde ich es toll, dass wir die gleiche Idee hatten. Hilfst Du mir bei den Besucherlisten?“
„Klar, gib mir die letzten Tage, an denen sie gemeinsam einsaßen.“
„Gut, die ersten Tage habe ich schon durch. Da passt nichts. Winterhain wurde nur von Wittkowski besucht, und ihrem Vater, dem sauberen Anwalt.“
„Und bei der Namimowitsch?“, fragte Amelie.
„Da war nur Meikauf zu Besuch. Kunststück, ihr Ehemann ist ja bisher auch noch nicht wieder aufgetaucht.“
„Hm.“
„Ich check das mal gegen. Irgendwas passt da doch nicht.“
Amelie machte sich sofort an die Arbeit und wirklich, ihr fielen Unregelmäßigkeiten auf.
„Wie lange war Meikauf bei der Winterhain?“
„Immer so eine Stunde.“
„Komisch, bei mir wird die Zeit immer weniger, zum Schluss nur noch eine Viertelstunde.“
„Hm.“
„Dafür wird die Zeit von der Wittkowski bei mir immer länger. Ich verstehe das nicht. Zum Schluss war der Fall doch erledigt und sie verurteilt.“
„Ich hab’ da eine Idee.“
„Na, schieß los.“
„Was ist, wenn die sauberen Anwälte da ihre Finger im Spiel haben?“
„Wie meinst Du das?“
„Na, Meikauf und Wittkowski arbeiten ja zusammen, das haben wir schon festgestellt. Aber was, wenn die beiden auch die Flucht gemeinsam geplant haben.“
„Könnte passen.“
„Ja. Der Kontakt kam dann immer durch die Anwälte zustande.“
„Du weißt schon, dass diese Theorie sehr weit hergeholt ist?“
„Nicht nur das, die wird schwer zu beweisen sein. Ein Anwaltsbüro können wir nicht so einfach abhören oder beschatten“, erwiderte die blonde Polizistin.
„Vorschlag, wir präsentieren Odine unsere Theorie.“
„Einverstanden.“
In dem Moment klopfte Odine an den Türrahmen der offenen Tür.
„Wir müssen raus, die Leiche des Fahrers wurde gefunden.“
„Verfluch …“, Amelie biss sich auf die Zunge, um nicht weiter zu fluchen.
Odine überging das dieses Mal. Sie musste Remzi Recht geben, die Nerven lagen bei allen Beteiligten blank, und das war verständlich.
„Packt Eure Sachen, wir fahren los.“
„Zwei Wagen?“, fragte Remzi.
„Nein, wir nehmen den Passat.“
„O.K.“
Odine fuhr mit den beiden in den alten Industrieteil der Stadt. Zwei Streifenwagen standen dort vor einer alten Ruine. Die zerbrochenen Fenster ließen den roten Backsteinbau wie aus einer anderen Zeit gefallen, wirken.
„Na, hier sagen sich ja Fuchs und Hase gute Nacht“, kommentierte Amelie.
„Wohl eher Waschbär und Katze“, schmunzelte Remzi und spielte auf die beiden Plagen der Stadt an.
„Wie auch immer, sucht die Umgebung ab und passt um Himmels willen auf Euch auf. Hier ist alles eine einzige Ruine“, schickte Odine die beiden los.
„Nicht erst den Tatort untersuchen?“
„Da sind Meierdirks und Jack schon dran.“
„Ich würde dennoch gerne den Tatort ansehen und von da aus in kreisenden Bewegungen arbeiten“, erwiderte Amelie.
„Also gut, kommt mit.“
Die drei gingen zum Fundort der Leiche. Als sie ankamen, wendete sich Remzi erst einmal ab. Das Bild, das sich ihm bot, hatte er schon mal in der Art gesehen. Die Leiche des Fahrers war nicht mehr in einem Stück. Aber hier gab es dennoch einen Unterschied. Schadomsky war ohne sein bestes Stück verbrannt worden. Doch diesen Mann hatte man auf dem Boden festgenagelt. Wortwörtlich festgenagelt, denn in seinen Händen und Füßen steckten große Messer, welche sich tief in den Holzboden bohrten. Der Mann war vollkommen nackt, und so konnten die drei sehen, dass er vor seinem Tod gefoltert worden war. Sein Körper war über und über mit Hämatomen und Schnittwunden überseht.
„Das war der Harlekin“, sagte Remzi mit einem Grollen in der Stimme.
„Sicher? Ich würde eher auf die Winterhain tippen. Die hatte doch immer so einen Messerfetisch“, widersprach Amelie.
„Wie kommt ihr darauf?“, fragte Odine, welche sich schon lange ihre Meinung gebildet hatte.“
„Na, wen haben wir verhaftet, weil sie einen leicht übersteigerten Männerhass hat?“, beantwortete Remzi mit einer Gegenfrage.
„Den Harlekin“, antwortete Amelie an Odines Stelle.
„Stimmt, aber ich denke, dass es beide waren.“
„Wie kommst Du darauf?“
„Ganz einfach, der Mord trägt die Merkmale der beiden. Und der Fahrer hatte auch mit den beiden zu tun.“
„Das leuchtet ein“, erwiderte Remzi.
„Gut, dann an die Arbeit. Sucht das Gelände ab“, sagte Odine und ging zu Meierdirks.
„Kannst Du mir schon irgendwas sagen?“
„Ja, der Mann war nicht sofort tot.“
„Oh. Woran ist er denn gestorben?“, sagte Odine betroffen.
„Näheres nach der Obduktion, aber ich tippe auf den Blutverlust durch die Amputation.“
Odines Wangenmuskeln arbeiteten. Sowohl Julia Winterhain als auch die Namimowitsch waren Psychopathinnen und zeichneten sich durch ihre grausame Art zu töten aus. Aber zusammen waren sie einfach eine Explosion, eine riesige Gewaltorgie.
Währenddessen suchten Remzi und Amelie die Umgebung ab. Als sie an einem Verschlag ankamen, zog Amelie instinktiv ihre Waffe und Remzi tat es ihr gleich. Sie waren zwar hundert Meter vom Fundort der Leiche weg, aber er vertraute Amelie. Vorsichtig öffnete Amelie den Verschlag und als sie durch die Tür sah, weiteten sich ihre Augen. In dem Raum standen Fässer hochgetürmt. Es roch nach Benzin und vor den Fässern sah sie eine Digitaluhr, welche von 120 rückwärts zählte.
„Bombe! Alle raus hier“, schrie sie und rannte aus dem Gebäude, dicht gefolgt von Remzi und dem Rest. Als alle draußen waren, ging Odine zu Amelie und Remzi.
„Das habt ihr gut gemacht. Aber warum zum Geier ist das niemandem aufgefallen.“
„Keine Ahnung, wir waren hundert Meter vom Tatort weg. Vielleicht deshalb?“
Bevor Odine etwas daraufhin sagen konnte, explodierte auch schon die Bombe und die untere Etage versank in einem riesigen Feuerball.
Alle standen vor dem Gebäude und schauten dem Spektakel zu. Die komplette untere Etage, in der sie sich vor wenigen Augenblicken alle noch aufgehalten hatten, war in ein Flammenmeer gehüllt.
Jack Flanagan hatte das Feuer eine Zeit lang beobachtet. Dann ging er zu Odine und den anderen. „Odine, mir ist da etwas aufgefallen, etwas, das ziemlich strange ist.“
„Was meinst Du?“
„Schau Dir mal das Gebäude an.“
„Ja, ich sehe eine Fabrikhalle aus rotem Backstein, die brennt.“
„Sieh mal genauer hin. Brennt die Halle wirklich?“
Odine verstand nicht, was Jack sagen wollte. Aber Remzi, welcher mit Amelie neben den beiden stand fiel es direkt auf. Das Gebäude selber schien nicht zu brennen. Nur die untere Etage mit allem, was brennbar war, schien zu brennen.
„Das war keine normale Explosion“, mutmaßte er.
„Korrekt. Hier sollten Spuren beseitigt werden, kein Gebäude zerstört werden“, bestätigte Jack.
„Wow. Da hat aber jemand echt Ahnung.“
„Ja und ich frage mich allmählich, woher jemand so viel Ahnung über Sprengsätze hat“, sinnierte Jack.
„Jack, Du hast Recht. Hier stimmt etwas nicht. Es muss etwas geben, das wir über Namimowitsch nicht wissen“, stimmte Odine zu.
„Aber was ist es? Wer verschweigt uns etwas?“, überlegte Jack.
„Remzi und Amelie werden sich darum kümmern. Du kümmerst Dich bitte darum, hier noch irgendetwas Verwertbares zu finden“, antwortete Odine.
„Geht klar.“
„Amelie, Remzi. Habt ihr noch Fragen?“
„Nein, wir haben ja alles mitbekommen.“
„Doch, eine habe ich. Dürfen wir jeden befragen?“
„Ja, ausnahmslos.“
„Gut, dann fangen wir mit Gebauer an.“
„Macht das. Aber seid vorsichtig. Ich möchte vermeiden, dass irgendetwas nach außen dringt.“
„Gebauer wird doch nichts ausplaudern“, sagte Amelie mit entrüstetem Tonfall zu Odine.
„Ich denke dabei auch eher an andere, die Ihr befragen werdet.“
„In Ordnung.“ Wir legen sofort los.“
„Gut.“
Die beiden verließen den Tatort und fuhren in die Dienststelle zurück.
Auf der Fahrt fragte Remzi dann Amelie.
„Soll ich die Fragen stellen?“
„Nein, das machen wir beide. Ich will wissen, ob der Boss etwas weiß.“
„Und danach?“
„Besorgen wir uns die Akte von Namimowitsch. Ich hab’ das so eine Vermutung.“
„Welche?“
„Na, es gibt doch bestimmt mehrere Wege, ein Studium zu absolvieren.“
„Woran denkst Du?“
„Studium beim Militär, da hätte sie auch Kontakt zu Sprengstoff.“
„Wow. Das wäre ein Punkt. Nein, das wäre der logischste Weg. Wir sollten damit anfangen.“
„Lass uns mit dem Boss reden, wenn er etwas weiß, wird er uns bestimmt helfen an die Akte zu kommen. Ich habe da auch schon so einen Verdacht.“
„Wie meinst Du?“
„Er sagte doch etwas von einer Operation. Hat er erwähnt, was das für eine OP war. Oder wo er operiert wurde?“, fragte Amelie mit einem Grinsen.
Remzi pfiff durch die Zähne.
„Guter Punkt. Da könnte etwas dran sein. Wir reden mit dem Boss.“
„Gut. Dann park den Wagen und wir gehen direkt zu ihm.“
Remzi parkte das Auto und die beiden fuhren im Fahrstuhl direkt zum Boss. Da Frau Meise gerade nicht anwesend waren, betraten sie das Büro von Gebauer durch die offene Tür und Amelie schloss diese hinter sich und Remzi. Verwundert sah der grauhaarige Kriminalbeamte zu den beiden vom Schreibtisch hoch.
„Alles in Ordnung?“, fragte er dann.
„Ja und nein. Es gab wieder eine Leiche und eine Explosion. Und das alles scheint mit der Winterhain und dem Harlekin zusammenzuhängen“, antwortete Remzi.
„Ah ja und warum schließt ihr die Tür?“
„Weil wir glauben, dass die Antwort auf die Frage, die wir Dir gleich stellen werden, bestimmt nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist“, antwortete Amelie mit einem besorgten Tonfall.
Lars Richard Gebauer lehnte sich in seinem Sessel zurück und lächelte. Dann sagte er.
„Schießt los.“
„Wo bist Du operiert worden? In welchem Krankenhaus?“, fragte Amelie direkt.
„In einem Militärkrankenhaus im Ausland. Wieso?“
„Weil wir vermuten, dass der Harlekin sich mit Sprengstoffen auskennt. Und deine Antwort hat unsere Theorie bestätigt“, erwiderte Amelie.
„Uff.“
Lars Richard Gebauer fuhr sich durch sein grau meliertes Haar und schaute die beiden an.
„Ich besorge Euch ihre Akte. Aber einiges ist Top Secret.“
„Danke.“
„Gerne geschehen. Und noch was. Gute Arbeit, ihr zwei.“
„Danke, Boss“, sagte Remzi.
„Gut, dann gebt mir etwas Zeit. Ich werde ein paar Gefallen einfordern müssen. Aber ihr bekommt die Akte von mir.“
„Danke Boss.“
„Kein Thema und nun raus hier und schließt die Tür.“
„Jawohl.“
Die beiden verließen das Büro von Gebauer, um in ihr eigenes zu gehen. Dort angekommen setzten sie sich an ihre Schreibtische und Amelie stöhnte auf.
„Das darf doch alles nicht wahr sein. Warum immer so kompliziert?“
„Sei froh, dass wir die Akte bekommen.“
„Ja, aber zur Abwechslung wäre mal ein simpler Mord was Feines.“
„Seit wann sind Morde simpel?“, fragte Remzi.
„Auch wieder wahr.“
„Na dann warten wir einfach ab, was rauskommt, wenn wir die Akte haben.“
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und denkt bitte auch an meine kleine Bitte. Ich würde mich sehr darüber freuen.
In diesem Sinne
Seid Achtsam
Das sagen meine Leser
Ich trage gerade die Bewertungen der Leser auf allen Plattformen zusammen. Damit könnt ihr sie auch hier lesen, oder direkt eine Bewertung eintragen. Bitte schreibt immer den jeweiligen Roman mit dazu.
Spannende Buchreihe
Habe alle 6 Bücher nacheinander gelesen! Wahnsinn im positiven sinne! Hoffe die Geschichte geht weiter.. nur um zu erfahren wie es mit vertrauen weitergeht. Aber ich denke der letzte akt hat amelie die Augen geöffnet.. hoff ich.. klein amy ging mir sehr ab..
Hoffe es gibt nach dem Cliffhänger eine Fortsetzung wenigstens wegen odine und amelie. Und ich denke odine wusste dass amelie nicht ruhig sitzen bleiben wird..
Neugierig und positiv überrascht (Durch Dich bin ich ein besserer Mensch)
Das Buch dreht sich um das Thema Caregiver/littleone, womit ich bisher keine Berührungspunkte hatte. Umso neugieriger war ich, was da auf mich zukommt und ich wurde positiv überrascht. Die Story is trotz des eher speziellen Themas leicht und spannend geschrieben, ohne künstlich oder übertrieben zu wirken. Wer sich für diese besondere Beziehungsform interessiert oder wie ich einfach nur neugierig ist, wie sich so ein Thema in einen Krimi integrieren lässt, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.
Ein Buch mit einer etwas anderen Beziehung (Durch Dich bin ich ein besserer Mensch)
Ich bin eigentlich nicht der Krimi Roman Leser, habe allerdings dieses Buch gekauft, wegen dem Caregiver / Little Aspekt – da ich hier einfach neugierig darauf war. Der erste Band ist relativ schnell lebig, die Situationen fließen dahin, dass ist für Menschen, die sich langsam entwickelnde Bindungen mehr mögen, nicht so von Vorteil. Aber wer lieber gerne Aktion auf Aktion mag, ist hiermit gut bedient. Ich fühlte auch mit den Charakteren ein wenig mit, hätte Amelie am liebsten selbst manchmal über das Knie gelegt. Und ich habe das ein oder andere gefunden, dass ich für mich selbst mitnehmen konnte.
Zum Krimi Inhalt möchte ich nichts sagen, da es einfach nicht so mein Gebiet ist. 🙂 Der erste Band ist relativ schnell lebig, die Situationen fließen dahin, dass ist für Menschen, die sich langsam entwickelnde Bindungen mehr mögen, nicht so von Vorteil.
Uff (Der Harkekin und seine Julia)
Dass es bei Odine und Amelie oft turbolent ist, kennen wir ja schon. Aber diesesmal war es echt eng. Ich kann nichts anderes sagen als dass dieses Buch für alle DDlg/CGLO eine Bereicherung sein kann. Ich für meinen Teil bereue den Kauf in keinster Weise und freue mich jetzt schon auf das nächste Abenteuer.
Harlekin und seine Julia
Tolles Buch, genau wie die vorherigen. Ich hoffe sehr, es gibt noch Fortsetzungen
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira

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