
Alles Meta oder was?

Hallo liebe Leser,
heute möchte ich mal ein schwieriges Thema angehen. Das Thema Meta, genauer Metakonsens im BDSM oder im Falle von Einfach Mal Selbst Gedacht. Meta in einer CG/l-Beziehung.
Mit dem Begriff Meta genauer Metakonsens bezeichnet man im BDSM etwas, das vielleicht schwer zu fassen ist. Es gibt zwar die Begriffserklärung im CG/l-Lexikon. Aber auch die klingt immer noch sehr theoretisch. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass man vielleicht in der Theorie darüber nachdenkt, aber ich habe noch nie erlebt, dass man in der Praxis darüber nachdenkt.
Metakonsens bedeutet nämlich, dass der devote Part eine Situation erlebt, die er eigentlich nicht erleben möchte, alle Parteien aber beschlossen haben, dass sie erlaubt oder erwünscht sind. Dabei kann es sich um verschiedene Situationen handeln. Metakonsente Handlungen kenne ich selber nur aus dem D/s– Bereich. Also dann, wenn der dominante Part etwas sanktionieren will, damit sich etwas ändert. Für mich selber ist dieses Thema schwer zu greifen. Ich selber nutze diese Ebene, meiner Meinung nach nicht. (Oder es ist mir nicht aufgefallen.) Auch in meinen Romanen gibt es diese Ebene meiner Meinung nach nicht. Da alle Beteiligten zugestimmt haben, dass auf Fehlverhalten eine Strafe erfolgt. Warum ich das Wort Strafe und nicht Konsequenz verwende, habe ich in diesem Beitrag hier erklärt. Odine zum Beispiel erklärt Amelie immer, warum sie denkt, dass sich Amelie nicht den Hausregeln entsprechend verhalten hat. Und Amelie war es sogar, welche Odine in Durch Dich Bin Ich Ein Besserer Mensch das erste Mal um eine Bestrafung gebeten hat. Hierzu eine kleine Leseprobe für Euch:
„Ich würde gerne mehr erfahren“, sagte Amelie auf einmal zu Odine.
„Was meinst Du mit mehr?“, sofort schaute Odine zu Amelie herüber, und sprach mit sanfter Stimme zu ihr.
„Ich habe Dein Grundprinzip verstanden. Aber ich frage mich wie, das im Alltag laufen soll? Ich meine angenommen, ich drehe auf der Arbeit mal wieder frei? Was dann?“
„Das gleiche, was bisher auch auf der Arbeit passiert ist.“
„Damenklokonferenz?“
„Ja.“
Odine musste schmunzeln, der Begriff passte sehr gut.
„Und zu Hause wäre dann alles gut?“
„Nein Amelie. Zu Hause würden wir dann noch mal über das ganze reden, und die Thematik vertiefen.“
„Vertiefen? Du meinst, ich kassiere?“, Amelie sagte das mit leicht spöttischem Unterton.
„Nicht nur, es kann auch sein, dass es mit anderen Strafen erledigt ist, wenn es das erste Mal ist. Das hängt von Dir ab und dem, was Du getan hast. Und Amelie, diese vertiefenden Gespräche sind für mich etwas sehr Ernstes, also lass den Spott bitte weg.“
Amelie lief rot an. Sie wollte Odine nicht wehtun, und hatte gerade das Gefühl, genau das zu tun. Sie begann so viel zu verstehen und Odine war so schrecklich geduldig mit ihr. Es tat ihr wirklich leid. Sie stand auf, ging zu Odine rüber und zog sie sanft von ihrem Stuhl. Odine verstand nicht, was das werden sollte, aber sie überließ Amelie die Führung. Diese führte Odine in Odines eigenes Schlafzimmer und drängte sie sich zu setzen, Odine dachte nicht lange nach und setzte sich. Amelie kniete sich vor Odine nieder. Die Worte die sie nun suchte vielen Ihr wirklich schwer.
„Es tut mir leid, Odine. Ich wollte Dir eben nicht weh tun. Ich habe einen Fehler gemacht.“
Amelie atmete tief durch. Odine beobachtete sie genau, diese Geste war eigentlich etwas, das sie von Amelie nicht erwartet hatte. Aber die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, Odine verstand, dass Amelie sie als Untermalung gewählt hatte, um ihr zu zeigen, wie ernst die Worte ihr waren. Doch dann sprach Amelie weiter, bevor Odine etwas sagen konnte.
„Ich habe Dir eben weh getan und das wollte ich nicht.“
Amelie atmete noch einmal durch. Das, was jetzt kam, hatte sie noch nie zu jemandem gesagt. Umso schwerer fielen ihr die Worte.
„Wenn Du der Meinung bist, mich dafür …bestrafen zu müssen. Ich werde es akzeptieren und jede Strafe annehmen, die Du verhängst.“
Bei diesen Worten, liefen Tränen über das Gesicht von Amelie, sie war wirklich der Meinung, dass sie Odine weh getan hatte und wollte es wiedergutmachen. Odine sah Amelie fassungslos an? Wusste sie überhaupt, was sie da aussprach? Odine schaute Amelie tief in die Augen und über Amelies Lippen formte sich leise und unter Tränen nur ein Wort.
„Bitte!“
Odine schluckte. Doch dann sprach sie mit fester Stimme.
„Du weißt, um was Du da gerade bittest?“
Amelie konnte nur nicken. Doch Odine wusste, Amelie musste lernen auch die Dinge auszusprechen, die sie belasteten oder aufwühlten. Daher legte sie ihre Hand unter Amelies Kinn so, dass sie diese ihrem Blick nicht mehr ausweichen konnte.
„Ich werde es nicht akzeptieren, dass Du Dich über nonverbale Kommunikation mit mir verständigst, wenn wir in einer derartigen Situation sind. Habe ich mich klar ausgedrückt?“
Amelie wollte wieder nicken, doch sie begriff, dass Odine das nicht akzeptieren würde und schluckte hart.
„Ja, ich habe es verstanden, und ja, ich weiß, worum ich gebeten habe.“
Odine war in einem Zwiespalt, sie wusste nicht, wie sie sie bestrafen sollte. Sie wusste aber, dass Amelie selber eingesehen, hatte, wie falsch ihr Verhalten war. Odine atmete kurz durch.
„Warum bittest Du um diese Strafe? Gegen welche Regel, meinst Du, verstoßen zu haben?“
Amelie schluckte erneut. Musste das wirklich sein? Sie hatte doch klein beigegeben und begriffen, dass sie Mist gebaut hatte. Musste das wirklich noch mal total auseinandergenommen werden?
„Muss ich es wirklich noch mal erklären, können wir das Ganze nicht schnell hinter uns bringen?“
„Nein, Amelie, wir können es nicht schnell hinter uns bringen. Ich möchte wissen, ob Du es wirklich verstanden hast. Darum antworte bitte auf meine Fragen!“
Odines Tonfall war wieder so hart und unnachgiebig. Amelie schluckte mit den Tränen auch ihren Stolz runter. Dann antwortete sie:
„Ich habe Dich mit meinem Spott verletzt, und das war im höchsten Maße respektlos Dir gegenüber. Du erklärst mir die ganze Zeit, was Dich bewegt, und warum Du tust, was Du tust. Und ich bringe spöttische Bemerkungen, die einfach nur verletzen. Das ist respektlos, Dir gegenüber.“
Als Amelie aussprach, was sie in Ihren Augen getan hatte, liefen die Tränen noch mehr. Wie doof kann man eigentlich sein, dachte sie. Sie bekam hier so viele Hilfestellungen und Verständnis. Sie bekam hier so viel Zuneigung, und sie verletzte nur. Odine atmete tief durch, ergriff dann Amelies Hand.
„Dir ist bewusst, dass Du keine Chance hast, zu entscheiden, wann es genug ist? Dass ich entscheide, wann Dein Verhalten gesühnt ist? Dass dieses alles kein Spiel ist?“
„Ja, das ist es und mir ist auch klar, dass es weh tun wird. Aber ich vertraue darauf, dass Du mir nicht schaden willst.“
Und hier haben wir den Knackpunkt am Konstrukt Metakonsens. Metakonsens funktioniert nur mit Vertrauen. Vertrauen darauf, dass der dominante Part dem devoten Part nicht schaden will. Metakonsens bedeutet, den Gegenüber zu kennen. Als dominanter Part vielleicht sogar besser zu kennen, als es der devote Part selber tut. Dieses Erkennen des Partners ist aber etwas, das Zeit braucht. Oder tiefgreifende Erlebnisse, welche Vertrauen schaffen.
So wie ich den Metakonsens verstehe, sind Strafen nicht in diesem Bereich angesiedelt. Man hat ja vorher eingewilligt, dass diese zum gemeinsamen Leben dazu gehören.
Ich habe kein Problem mit BDSM oder CG/l das sich im Metabereich abspielt. Wenn beide Parteien es wollen. Für mich ist es durchaus in Ordnung, wenn alle Beteiligten es wollen.
Der Podcast Lustgewinn hat sich übrigens auch mit der Thematik beschäftigt und daher möchte ich Euch diese interessante Folge hier mal einbinden.
In diesem Sinne
Seid Achtsam.
Hallo,
mein Name ist Daira Bär. Ich bin Romanautorin, Mommy Domme und Dampferin. Als bekennende BDSMlerin und Mommy Domme schreibe ich Romane im Bereich von Lesbian Love & Cozy Crime. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Bereich von lesbischen Beziehungen mit D/s genauer CG/l versuche ich genau diese Erfahrungen in meine Romane einzubringen. Wenn Du also realistische Romane aus diesem Bereich mit einem spannenden Kriminalfall kombiniert magst, dann schaue doch mal in meinen Büchershop hier auf der Seite.
Liebe Grüße
Daira

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